Gästezimmer clever gestalten: Stauraum, der sich lohnt
Ein kompakter Kleiderschrank im Gästezimmer muss nicht viel Platz einnehmen, aber er sollte funktional sein. Bevor Sie ein Modell kaufen oder einbauen, messen Sie die Raumhöhe und die Tiefe der Wände genau aus. Ein häufiger Fehler ist, zu flache Schränke zu wählen – dann passen Kleiderbügel nicht quer hinein. Planen Sie eine Innenhöhe von mindestens hundertzehn Zentimetern für den Hängebereich ein. Für Gäste reicht meist eine Kombination aus wenigen Fächern, zwei Schubladen und einer schmalen Stange für Jacken oder Hemden.
Eine bewährte Basis ist eine abwaschbare Farbe, die speziell für stark beanspruchte Flächen entwickelt wurde. Diese Farben bilden einen glatten, widerstandsfähigen Film, der Feuchtigkeit und leichte Reinigungsmittel verträgt. Beim Streichen sollte man auf eine gute Grundierung achten, damit die Farbe gleichmäßig haftet und später nicht abblättert. Für die unteren Wandbereiche, die Kinder besonders oft berühren, lohnt sich ein zusätzlicher Anstrich mit einem matten oder seidenglänzenden Lack, der noch robuster ist. Wichtig: Die Wand vor dem Streichen gründlich von Staub und Fett befreien und ausreichend trocknen lassen – sonst kann die Farbe später Blasen werfen.
Und noch ein Tipp für die Raumwirkung: Reduzieren Sie die Anzahl der Deko-Objekte. Im kleinen Wohnzimmer zählt jeder Zentimeter. Wählen Sie wenige, dafür größere Gegenstände, die das Licht schön brechen – zum Beispiel eine Vase aus Glas oder eine Stehleuchte mit hellem Schirm. Wenn Sie diese Prinzipien kombinieren, haben Sie ein Wohnzimmer, das größer wirkt und trotzdem genügend Stauraum bietet.
Abwischbare Wandfolien als flexible Alternative Eine noch flexiblere Lösung sind selbstklebende Wandfolien mit abwischbarer Oberfläche. Diese Folien gibt es in vielen Designs – von einfarbig bis mit Motiven wie Sternen, Tieren oder Landkarten. Sie lassen sich zuschneiden, aufkleben und bei Bedarf wieder entfernen, ohne Spuren zu hinterlassen, sofern die Wand glatt und nicht frisch gestrichen ist. Für Kinderzimmer eignen sich Folien besonders gut, weil sie auch als Magnethaftfläche oder sogar als beschreibbare Oberfläche für wasserlösliche Stifte dienen können. Beim Anbringen sollte man die Wand messen, die Folie mit etwas Abstand von der Kante ansetzen und mit einem Rakel langsam Luftblasen herausstreichen. Ein häufiger Fehler ist, die Folie in einem Stück zu groß zuzuschneiden – besser ist es, erst grob zu schneiden und nach dem Aufkleben die Ränder mit einem scharfen Messer exakt zu trimmen.
Lichttechnisch gilt: Helle Wandfarben reflektieren das Tageslicht besser als dunkle. Streichen Sie die Wände in Weiß, Creme oder hellen Grautönen. Die Decke sollte idealerweise reinweiß sein. Glänzende Oberflächen wie lackierte Möbel oder Spiegel verstärken den Effekt zusätzlich. Hängen Sie einen großen Spiegel gegenüber dem Fenster auf – das verdoppelt optisch die Lichtmenge und lässt den Raum größer erscheinen. Achten Sie darauf, dass der Spiegel nicht direkt die Sonne reflektiert, denn das kann blendend wirken und den Raum unangenehm aufheizen.
Nutzen Sie den Platz unter dem Schrank effizient. Ein offenes Regal oder eine schmale Kommode darunter bietet Stauraum für Schuhe, eine Decke oder ein Kissen. Wichtig ist, dass der Gast seine Sachen selbst verstauen kann – weisen Sie ihm eine leere Schublade und ein freies Fach zu. Legen Sie ein paar leere Kleiderbügel bereit. So vermeiden Sie, dass Jacken über Stuhllehnen hängen oder auf dem Boden liegen bleiben.
Bei der Beleuchtung sollten Sie nicht nur eine Deckenlampe einplanen, sondern gezielt Licht in die Nischen setzen. Einfache LED-Streifen mit warmweißer Farbtemperatur lassen sich vor dem Schließen der Wände in die Trockenbauprofile einlegen. Führen Sie dafür ein separates Stromkabel mit ausreichend Querschnitt, am besten in einem Leerrohr, damit Sie später noch Änderungen vornehmen können. Ein typischer Fehler ist es, die Trafos oder Netzteile direkt hinter die geschlossene Wand zu legen – Sie sollten von außen zugänglich bleiben, etwa über eine kleine Revisionsklappe. Positionieren Sie die Lichtquellen nicht direkt über der Sitzbank, sondern leicht nach vorne versetzt, damit Sie beim Sitzen kein Licht direkt in die Augen bekommen.
Welche Aufbewahrungsideen bewähren sich im Gästezimmer? Ein Korb oder eine Box mit Deckel am Fußende des Bettes ist ideal für zusätzliche Decken. Auch ein schmales Wandregal über dem Bett oder an der Tür schafft Ablagefläche, ohne den Raum zu überladen. Achten Sie dabei auf eine Montage, die fest in der Wand verankert ist. Schwere Gegenstände gehören nicht in hohe Regale über dem Schlafbereich. Wenn Sie wenig Platz haben, hilft ein Schrank mit integrierter Kleiderstange, die sich ausziehen lässt – solche Modelle gibt es kompakt für die Ecke. Wer Gäste öfter empfängt, sollte den Kofferablagebereich nicht vergessen: Ein klappbares Gepäckbrett an der Schrankwand ist praktisch und stört nicht, wenn es nicht gebraucht wird.