5 Höhen für Bilderbücher, die Kinder wirklich erreichen
Tabu bleiben Möbel mit Rollen, wenn diese nicht feststellbar sind. Ein rollender Schrank ist eine Einladung zum Fahren, nicht zum Klettern. Ebenfalls tabu: offene Regale, die nicht an der Wand fixiert sind, und Beistelltische mit dünnen Beinen. Sie wirken harmlos, kippen aber schon bei geringem Zug. Auch Wickelkommoden ohne umlaufenden Rand und ohne Gurt sind gefährlich, sobald das Kind sich hochzieht. Wer ein solches Möbel besitzt, sollte es in der Kletterphase abschaffen oder durch ein stabiles, tiefes Modell ersetzen.
Wenn Sie ein vorhandenes Regal anpassen möchten, können Sie zusätzliche Böden einsetzen. Messen Sie den Innenabstand zwischen den Seitenwänden und wählen Sie Böden, die genau passen. Ein nachträglich eingebauter Boden sollte mit kleinen Winkeln oder Schrauben gesichert werden, damit er nicht verrutscht, wenn ein Kind dagegen stößt. Bei Wandregalen mit Schienen systembedingt lassen sich die Böden oft versetzen. Prüfen Sie vor dem Umbau, ob die Traglast für schwere Bilderbücher ausreicht. Ein volles Fach mit 20 Bilderbüchern wiegt schnell mehrere Kilogramm.
Die entscheidende Frage lautet nicht, wie hoch das Regal insgesamt ist, sondern wie hoch die einzelnen Fächer sein müssen. Ein Fach sollte mindestens zwei Zentimeter mehr Höhe bieten als das größte Buch. Bei einem 30 Zentimeter hohen Bilderbuch braucht das Fach also mindestens 32 Zentimeter lichte Höhe. Diese Reserve erlaubt es, das Buch mit den Fingern zu greifen, ohne es zu verkanten. Zu knapp bemessene Fächer führen dazu, dass Bücher eingeklemmt werden, beim Herausziehen einreißen oder dauerhaft schief stehen. Ein Fach mit 35 Zentimetern Höhe ist für die meisten Bilderbücher eine solide Wahl, lässt aber bei besonders großen Ausgaben noch Luft nach oben.
Kippgefährdet sind vor allem hohe, schmale Möbel mit leichter Bauweise. Ein 80 Zentimeter breiter Kleiderschrank steht stabiler als ein 40 Zentimeter breiter. Entscheidend ist das Verhältnis von Höhe zu Tiefe. Ein Möbelstück, das tiefer als hoch ist, kippt kaum. Schubladen sind der klassische Auslöser: Zieht ein Kind eine Lade heraus und stützt sich darauf, wirkt das Gewicht weit vor der Standfläche. Deshalb sollten schwere Gegenstände in den unteren Schubladen liegen, leichte oben. Ein weiterer Fehler: Möbel auf glattem Parkett ohne rutschfeste Unterlagen. Dann verschiebt sich der Schrank, statt zu kippen – das Kind fällt mit ihm.
Die richtige Höhe für das Kind, nicht nur für die Bücher Ein Regal ist für ein Kind nur dann nutzbar, wenn es die Bücher selbst erreichen kann. Für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren liegt die ideale Greifhöhe zwischen 40 und 90 Zentimetern über dem Boden. Regale, die höher montiert sind, werden von Kindern ignoriert, weil sie nicht herankommen. Das unterste Fach sollte daher nicht tiefer als 20 Zentimeter über dem Boden beginnen, damit das Kind auch im Sitzen Bücher entnehmen kann. Wer ein hohes Regal besitzt, nutzt die oberen Fächer für Vorräte oder Dekoration und hält die unteren zwei Ebenen für die aktiven Bilderbücher frei.
Ein dreijähriges Kind misst im Durchschnitt zwischen 90 und 100 Zentimetern. Die Sitzfläche liegt dann etwa 25 bis 28 Zentimeter über dem Boden, die Unterschenkel stehen im rechten Winkel, die Füße ruhen vollständig auf. Für die Lehne gilt: Die Oberkante sollte zwischen 28 und 32 Zentimeter über der Sitzfläche liegen. Dieser Bereich ist kein Zufall. Er entspricht der Länge des Rumpfes vom Sitzknochen bis zur Schulterblattmitte. Wird die Lehne höher, drückt sie den Kopf nach vorn. Wird sie niedriger, fehlt dem Kind der Widerstand, gegen den es sich aufrichten kann.
Die Tiefe des Regals spielt eine unterschätzte Rolle. Bilderbücher sind oft 24 bis 28 Zentimeter breit. Ein Regal mit 30 Zentimetern Tiefe bietet ausreichend Platz, ohne dass die Bücher in der zweiten Reihe verschwinden. Tiefere Regale verleiten dazu, Bücher hintereinander zu stapeln. Dann ist das hintere Buch unsichtbar und wird vergessen. Besser ist eine geringe Tiefe, die nur eine Reihe zulässt. So bleibt jedes Bilderbuch sichtbar und die Auswahl fällt dem Kind leichter.
Wie der Bestand praktisch reduziert wird Zuerst alles an einem Ort zusammentragen, auch Verstecke unter dem Bett und in Schubladen. Dann in drei Gruppen sortieren: regelmäßig genutzt, selten genutzt, defekt oder unvollständig. Die dritte Gruppe verlässt das Zimmer sofort. Die zweite Gruppe wandert in eine verschlossene Kiste, die nach einigen Wochen geöffnet wird. Was in dieser Zeit nicht vermisst wurde, kann dauerhaft gehen. Dieses Vorgehen ist ehrlicher als spontanes Aussortieren, weil es die tatsächliche Nutzung zeigt und nicht den momentanen Eindruck.
Ein häufiger Fehler ist ein Regal, das mitwächst, aber nie angepasst wird. Wenn das Kind größer wird, wandern die Bilderbücher nach oben, und die unteren Fächer bleiben leer. Besser ist es, die Höhe alle ein bis zwei Jahre zu überprüfen. Ein Kind mit sechs Jahren erreicht problemlos 120 Zentimeter. Dann können Bilderbücher in die Mitte, und oben stehen leichte Sachen. Noch ein Fehler: Bücher zu fest einquetschen. Bilderbücher brauchen etwas Luft, sonst verbiegen die Seiten. Lassen Sie pro Buch etwa einen Fingerbreit Platz.