Bohrstelle mit oder ohne Stromprüfer finden
Nach dem Bohren wird das Kreppband langsam und parallel zur Wand abgezogen, nicht nach außen gerissen. So bleiben keine Klebereste zurück. Bei empfindlichen Oberflächen vorher mit dem Föhn leicht erwärmen. Wer diese Reihenfolge einhält, überträgt die ideale Bohrstelle zuverlässig und vermeidet Löcher an der falschen Stelle.
Wandaufbau lesen statt messen Der zweite Schritt ist die Materialkunde. Eine massive Betonwand hat andere Leitungswege als eine Trockenbauwand mit Ständerwerk. In Trockenbauwänden laufen Kabel oft horizontal durch die Profile, in Altbauten mit Holzbalkendecken dagegen kreuz und quer. Wer weiß, wann das Haus gebaut wurde und wie damals installiert wurde, kann viele Bereiche von vornherein ausschließen. Ein Blick in den Keller oder auf den Sicherungskasten verrät, ob Leitungen aufputz oder unterputz geführt sind – und in welcher Richtung sie die Wand verlassen.
Der Drahtaufhänger ist die flexibelste Lösung. Zwei Ösen links und rechts am Rahmen, dazwischen ein stabiler Draht, der leicht durchhängt. Der Nagel oder Haken in der Wand greift in den durchhängenden Draht, das Bild lässt sich nach dem Aufhängen noch seitlich verschieben und in der Höhe justieren. Das ist besonders praktisch, wenn ein Bild mittig über einem Möbelstück hängen soll. Der Draht muss jedoch straff genug gespannt sein, damit er nicht durchhängt wie ein Seil. Ein zu lockerer Draht führt dazu, dass das Bild nach vorne kippt und die untere Kante von der Wand abhebt. Zudem sollte der Draht nicht direkt auf der Rückseite der Leinwand aufliegen, sonst scheuert er mit der Zeit das Gewebe durch. Kleine Filzstücke an den Ösen verhindern das.
Eine Bohrstelle ohne Stromprüfer zu finden, klingt riskanter, als es ist. Wer die Grundregeln der Leitungsführung kennt, kann mit bloßem Auge und etwas Logik erstaunlich sicher arbeiten. Der Stromprüfer ersetzt kein Verständnis für den Wandaufbau – er bestätigt nur, was man vorher schon vermutet hat. Wer sich ausschließlich auf das Gerät verlässt, bohrt trotzdem irgendwann in ein Kabel, weil das Messfeld zu klein, der Untergrund zu feucht oder das Gerät zu billig ist.
Wie die Höhe und der Abstand das Format beeinflussen Nicht nur die Breite zählt. Hängt ein Bild zu hoch, schwebt es isoliert in der Fläche und schrumpft optisch. Die Mitte des Bildes sollte auf Augenhöhe liegen, also etwa 145 bis 150 Zentimeter über dem Boden, gemessen von der Unterkante. Bei mehreren Bildern in einer Reihe oder Gruppe gilt: Der Abstand zwischen den Rahmen sollte kleiner sein als die halbe Rahmenbreite. Wer zu viel Luft lässt, zerreißt die Komposition und jedes Einzelbild wirkt kleiner, als es ist.
Zuerst wird die Tragfähigkeit geklärt. Ein kleines Bild bis etwa zwei Kilogramm hält mit einem einfachen Haken, der sich in die Platte krallt. Alles darüber braucht einen Dübel, der sich hinter der Platte verspreizt oder in der Unterkonstruktion verankert. Klopfen hilft bei der Suche: Ein dumpfer Ton deutet auf eine Latte oder ein Profil hin, ein hohler Ton auf freie Plattenfläche. Wer sichergehen will, nutzt einen Leitungssucher und einen dünnen Nagel zum Vortasten. Stromleitungen verlaufen oft parallel zu den Profilen, Wasserleitungen eher selten in Decken, aber möglich.
Vor dem Bohren wird die Markierung mit einem Körner oder einem Nagel leicht angepickt. Das verhindert, dass der Bohrer auf dem Band wandert. Bei harten Materialien wie Fliesen sollte man einen kleinen Kreuzschnitt im Kreppband anbringen, damit der Bohrer nicht über die Klebefläche rutscht. Typischer Fehler: zu fest drücken, sodass sich das Band wellt und die Markierung unbrauchbar wird.
Zunächst geht es um die Frage, wo Leitungen überhaupt liegen. In Wohngebäuden verlaufen sie fast immer in festen Zonen: waagerecht etwa 15 bis 30 Zentimeter unter der Decke, senkrecht direkt über und unter Schaltern und Steckdosen, waagerecht auf Höhe der Steckdosen. Wer in diesen Bereichen bohrt, muss mit Strom rechnen. Sicherer ist die Zone dazwischen – etwa mittig zwischen zwei Steckdosen oder deutlich unterhalb der Schalterhöhe. Dort liegen Leitungen nur, wenn jemand gepfuscht hat.
Zuerst wird die Position sauber ermittelt. Dafür misst man von einer festen Bezugskante aus, etwa vom Boden, von der Zimmerecke oder von der Oberkante eines Möbelstücks. Ein Bleistiftstrich auf dem Kreppband ist besser als direkt auf der Wand, weil er sich rückstandslos entfernen lässt. Wichtig: zweimal messen, einmal kleben. Wer nur einmal misst, korrigiert später meist an der falschen Stelle.
Praktisch geht man so vor: Zuerst die Wand optisch prüfen – gibt es Schalter, Steckdosen, Verteilerdosen in der Nähe? Dann den Grundriss des Gebäudes ansehen, falls vorhanden. Danach mit einem dünnen Nagel oder Schraubendreher vorsichtig die Putzschicht an der geplanten Stelle öffnen und schauen, ob man auf Mauerwerk, Holz oder Metall stößt. Erst wenn diese Vorarbeit keine Klarheit bringt, kommt der Stromprüfer zum Einsatz – und zwar nicht als alleinige Instanz, sondern als Bestätigung. Wer ohne Prüfer arbeitet, sollte grundsätzlich in den unkritischen Zonen bleiben und niemals in der Nähe von Elektroinstallationen bohren.