Bodentiefe Dusche: Gefälle und Abdichtung entscheiden über den Erfolg

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Vor dem Auflegen die Unterschränke ausrichten. Höhenunterschiede zwischen den Korpusseiten lassen sich mit Unterlegplättchen ausgleichen, nicht mit Gewalt an den Schrauben. Die Platte darf nirgends auf den Schrankkanten kippeln, sonst entstehen später Risse an den Ausschnitten. An der Wand bleibt eine Fuge, die mit Silikon geschlossen wird. Silikon haftet nicht auf staubigen oder feuchten Flächen, deshalb vorher reinigen und trocknen lassen. Ein durchgehender Silikonstreifen ohne Unterbrechung verhindert, dass Wasser hinter die Platte läuft.

Das Gefälle ist der zweite kritische Punkt. Es muss zum Ablauf hin ausgerichtet sein und mindestens ein bis zwei Prozent betragen. Zu wenig Gefälle lässt Wasser stehen, zu viel Gefälle fällt optisch unangenehm auf und erschwert das Fliesen. Das Gefälle wird nicht durch die Fliesen hergestellt, sondern bereits im Untergrund mit einem geeigneten Mörtel oder einem vorgefertigten Gefälle-Element. Wer versucht, das Gefälle erst beim Fliesenlegen über die Kleberschicht zu erzeugen, riskiert Hohlräume und Risse.

Bücherregale sind unterschätzte Absorber, aber nur, wenn sie unterschiedlich tief befüllt sind. Ein Regal mit akkurat ausgerichteten Buchrücken und Lücken wirkt wie eine glatte Wand. Besser: Bücher in verschiedenen Höhen, einige schräg gestellt, dazu offene Fächer mit Kartons, Körben oder Zeitschriften. Glastüren vor dem Regal machen den Effekt zunichte. Ähnliches gilt für Sofas: Polstermöbel mit vielen Kissen und Decken dämpfen mehr als ein Ledersofa mit glatter Oberfläche.

Eine farbige Akzentwand setzt einen klaren Blickpunkt im Raum. Das gelingt nur, wenn Kanten scharf abgeklebt, der Untergrund gründlich vorbereitet und die Farbe gleichmäßig gerollt wird. Die folgenden Schritte zeigen, worauf es ankommt – und welche Fehler sich leicht vermeiden lassen.

Die konkreten Mindestabstände stehen in der Aufstellanleitung des jeweiligen Geräts. Üblich sind einige Zentimeter zur Rückwand, zu den Seiten und nach oben. Bei Geräten mit integriertem Lüfter fällt der Abstand kleiner aus, bei Modellen mit sichtbarem Kondensatorgitter hinten größer. Wer die Anleitung nicht zur Hand hat, kann sich an der Faustregel orientieren: so viel Abstand, dass eine Handfläche zwischen Gerätekante und Wand passt. Wichtig ist, dass die Luft unten anströmen und oben ausweichen kann. Steht der Kühlschrank in einer geschlossenen Nische, muss oben und unten ein Luftweg bleiben, sonst entsteht ein Wärmestau.

Kanten sauber abkleben Kreppband haftet nur auf sauberen, trockenen Flächen. Vor dem Abkleben Staub und Fett von der Wand und der angrenzenden Fläche entfernen. Das Band in kurzen Stücken von etwa 30 Zentimetern Länge ansetzen und mit dem Fingernagel oder einem Rakel fest andrücken. An Ecken und Kanten das Band leicht überstehen lassen und erst nach dem Trocknen der Farbe mit einem Cuttermesser abschneiden. Ein häufiger Fehler: zu viel Farbe über die Klebekante rollen. Dann kriecht die Flüssigkeit unter das Band und bildet unschöne Ränder. Deshalb in diesem Bereich lieber dünn und mit wenig Druck arbeiten. Nach dem Trocknen das Band im flachen Winkel abziehen, nicht senkrecht zur Wand.

Abdichtung ist keine Fleißaufgabe, sondern Pflicht Nach dem Verlegen der Abwasserleitung folgt die Abdichtung. In Feuchträumen muss der gesamte Duschbereich einschließlich der Wandanschlüsse mit einer geeigneten Dichtungsbahn oder Flüssigabdichtung versehen werden. Typischer Fehler: Nur der Boden wird abgedichtet, die aufgehenden Wände aber nicht. Wasser dringt über Kapillarkräfte in den Wandaufbau ein und führt zu Schimmel und Feuchtigkeitsschäden, die erst Jahre später sichtbar werden. Auch Durchdringungen wie Rohre oder Duschstangen müssen mit passenden Manschetten eingebunden werden.

Erst nach bestandener Prüfung werden Fliesen geschnitten und verlegt. Das Gefälle muss dabei erhalten bleiben, deshalb sind großformatige Fliesen im Duschbereich problematisch. Kleine Formate oder ein Mosaik passen sich dem Gefälle besser an. Fugen sollten mit einem elastischen, wasserfesten Material ausgeführt werden. Wer diese Reihenfolge einhält – Bestand prüfen, Leitung legen, abdichten, Gefälle herstellen, prüfen, fliesen – vermeidet die teuren Fehler, die bei einer nachträglichen bodentiefen Dusche sonst schnell entstehen.

Zwischen den Bahnen zügig arbeiten, damit die Farbe an den Übergängen noch feucht ist und sich gut verbindet. Bei großen Flächen zu zweit streichen: einer rollt, der andere zieht die Kanten nach. Nach etwa 15 Minuten Trockenzeit die nächste Schicht auftragen. Zwei dünne Schichten decken besser als eine dicke. Bei dunklen Farben kann ein heller Grundierungston die Deckkraft erhöhen.

Beim Einbau der Rinne oder des Punktablaufs ist auf die Höhe und die Ausrichtung zu achten. Die Rinne muss exakt waagerecht sitzen, damit das Wasser seitlich nicht überläuft. Der Ablaufkörper wird in das Gefälle eingebettet und anschließend mit der Abdichtung verbunden. Nach dem Aushärten folgt eine Dichtheitsprüfung, bevor Fliesen verlegt werden. Wird diese Prüfung übersprungen, bleibt ein undichter Anschluss oft unentdeckt, bis die darunterliegende Decke Flecken zeigt.