Wenn Wände im Altbau von innen gedämmt werden sollen
Neben der Dämmung des Kastens selbst lohnt es sich, die Anschlüsse zu den Fensterlaibungen und zur Wand zu prüfen. Oft sind dort Fugen, die mit Acryl oder einem geeigneten Dichtband verschlossen werden können. Auch der Rollladengurt spielt eine Rolle: Ein schlecht geführter Gurt zieht warme Luft aus dem Raum in den Kasten. Eine Gurtführung mit Dichtung oder ein elektrischer Antrieb mit dichter Durchführung verringert diese Verluste. Wer den Kasten ohnehin öffnet, sollte gleich eine neue, dichte Revisionsklappe einbauen. Sie muss sich leicht öffnen lassen, aber im geschlossenen Zustand luftdicht sein.
Vor dem Dämmen muss der Untergrund geprüft werden. Lose Putzschichten und alte Farbreste werden entfernt, Salzausblühungen und Feuchtigkeit von außen sind zuerst zu beheben. Eine horizontale Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit ist Pflicht, sonst dämmt man eine nasse Wand. Der Dämmstoff wird vollflächig und hohlraumfrei verklebt oder im Gefach eingebracht. Hohlräume zwischen Dämmung und Wand sind Schwachstellen, an denen Kondensat entsteht. Eine feuchtevariable Dampfbremse auf der warmen Seite verhindert, dass Raumfeuchte in die Konstruktion wandert. Die Stöße werden luftdicht verklebt, Anschlüsse an Decken und Wände ebenfalls.
Wer unsicher ist, ob die alte Halterung noch erhältlich ist, kann das ausgebauten Teil als Muster mitnehmen. Beim Kauf ist auf den Lochabstand und die Richtung der Halterung zu achten – linke und rechte Ausführungen sind nicht identisch. Nach dem Einbau sollte die Tür mehrmals geöffnet und geschlossen werden, um zu prüfen, ob sie gleichmäßig läuft und nirgends schleift. Mit dieser Vorgehensweise hält die Reparatur in der Regel viele Jahre, ohne dass der gesamte Schrank erneuert werden muss.
Slow Living wird oft als Einrichtungsstil missverstanden. Man kauft helle Holzmöbel, Leinenkissen und eine Zimmerpflanze – und wundert sich, dass die Unruhe bleibt. Das Problem liegt selten in der Auswahl der Dinge. Es liegt darin, dass Räume nach einem Bild gestaltet werden, nicht nach dem eigenen Tagesablauf. Wer achtsam einrichtet, beginnt nicht mit einer Stilrichtung, sondern mit einer Beobachtung: Wann fühle ich mich in dieser Wohnung wirklich ruhig, und wann werde ich unruhig, ohne zu wissen warum?
Der Schuhschrank ist im kleinen Flur der schwierigste Baustein. Schmale Modelle mit 20 bis 25 cm Tiefe reichen für die meisten Schuhe, wenn diese schräg eingesetzt werden. Messen Sie aber die Schuhgröße des größten Haushaltsmitglieds: Ein Schuh der Größe 45 ist etwa 30 cm lang und passt nicht in eine 25-cm-Nische, wenn er gerade steht. Beliebt und praktisch sind Schränke, die nur 15 cm tief sind und Schuhe hinter Klapptüren aufnehmen. Der Fehler hier: zu viele Fächer übereinander. Ein Fach pro Person und ein Fach für Gäste genügen, alles andere wird zur Ablage für Dinge, die nie gebraucht werden.
Mineralische Dämmstoffe wie Kalziumsilikatplatten sind für den Altbau oft die sicherste Wahl. Sie sind kapillaraktiv, können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und wirken zusätzlich als Feuchtepuffer. Auf massiven, mineralischen Untergründen lassen sie sich mit speziellen Klebern oder Mörteln vollflächig anbringen. Wichtig ist ein diffusionsoffener Wandaufbau ohne Dampfsperre, damit eventuell eindringende Feuchtigkeit nach innen wieder austrocknen kann. Auf der Innenseite darf keine wasserdichte Farbe oder Tapete mit Sperrwirkung liegen.
Vor dem Einbau steht immer die Bestandsanalyse. Der Wandaufbau, der Feuchtegehalt des Mauerwerks und die Schlagregenbelastung der Fassade müssen geklärt sein. Ein Feuchtemessgerät oder eine Probeentnahme zeigt, ob die Wand trocken ist. Ist sie es nicht, muss zuerst die Ursache behoben werden: defekte Dachrinnen, undichte Fugen, aufsteigende Feuchtigkeit oder undichte Fensteranschlüsse. Erst danach ergibt Dämmung Sinn.
Innenwanddämmung im Altbau ist ein Kompromiss. Wer nicht von außen dämmen darf oder kann, verlagert die Wärmedämmung nach innen und nimmt dafür Nachteile in Kauf: geringeren Wohnraum, Tauwasserrisiko in der Wand und aufwendige Anschlüsse. Entscheidend ist deshalb nicht das Material allein, sondern die Frage, ob die gesamte Konstruktion feuchtetechnisch funktioniert.
Typische Fehler sind das Verlegen einer Dampfsperre auf der Innenseite bei diffusionsoffenen Altbauwänden, das Auslassen von Rand- und Anschlussdichtungen sowie das Dämmen bis auf den Boden ohne Feuchtesperre. Auch das Überdämmen von Nischen und Balkenköpfen ohne Hinterlüftung führt zu Problemen. Wer sich unsicher ist, sollte eine feuchtetechnische Berechnung nach dem Glaser-Verfahren oder eine numerische Simulation erstellen lassen. Sie zeigt, ob Tauwasser in der Konstruktion entsteht und ob es innerhalb der Trocknungsperiode wieder verdunstet.
Holzweichfaser und Zellulose brauchen kontrollierte Feuchte Holzweichfaserplatten und Zellulose haben gute Dämmwerte und einen ökologischen Vorteil. Im Altbau sind sie aber nur sinnvoll, wenn der Feuchteeintrag beherrschbar bleibt. Holzweichfaser wirkt kapillaraktiv und kann in Verbindung mit einem geeigneten Putz funktionieren, sofern die Wand keine aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchtigkeit aufweist. Zellulose wird vor allem als Einblasdämmung in Hohlräumen oder hinter einer Vorsatzschale eingesetzt. Bei beiden Materialien gilt: Feuchteschutz vor Dämmung. Eine feuchte Wand erst zu dämmen und dann auf Austrocknung zu hoffen, führt fast immer zu Schäden.