Renovierung In Mietwohnung: Planung Vs. Baustelle
Eine Renovierung in einer Mietwohnung ohne lange Leerstände zu planen, scheitert selten an handwerklichem Können, sondern an der Abstimmung mit dem Vermieter und den Nachbarn. Wer die Wohnung nicht für Wochen unbewohnbar machen will, muss vor dem ersten Pinselstrich klären, welche Arbeiten überhaupt erlaubt sind. Der Mietvertrag und die Hausordnung geben vor, ob und wie gebohrt, gefliest oder gestrichen werden darf. Fehlt die schriftliche Zustimmung des Vermieters, kann selbst ein gut gemeinter Austausch des Bodenbelags zur Rückbauforderung führen.
Bohrloch prüfen statt rat
Für saubere Ergebnisse hilft es, vor dem Schneiden die Schnittlinie mit einem Bleistift leicht anzudeuten und die Klinge nach jedem Schnitt zu wechseln. Stumpfe Klingen reißen das Papier. Wer Ecken und Fenster in einem Arbeitsgang tapeziert und erst danach die Kanten nachschneidet, spart sich das Nachkleistern. Entscheidend bleibt: In der Ecke wird gefaltet, an Fenstern und Außenkanten wird geschnitten – aber immer erst dann, wenn die Bahn sicher sitzt und der hat.
Für Silikonfugen bleibt nur mechanisches Vorgehen: ein weicher Kunststoffschaber, lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel und eine weiche Bürste. Scharfe Gegenstände wie Messer oder Stahlwolle zerkratzen das Silikon und machen es unbrauchbar. Wenn die Fuge bereits schwarz verfärbt ist und der Schimmel unter die Oberfläche gezogen ist, hilft kein Reinigen mehr. Dann bleibt nur, das Silikon vollständig zu entfernen und neu zu ziehen.
Außenecken verhalten sich anders: Hier wird nicht überlappt, sondern um die Kante gefaltet. Die Bahn läuft über die Ecke und wird auf der Rückseite mit dem Tapezierpinsel festgestrichen. Überschüssiger Kleister wird sofort mit einem feuchten Schwamm entfernt, sonst trocknet er als glänzender Streifen auf der Tapete. Erst nach dem Trocknen schneidet man den Überstand an der Kante bündig ab. Wer zu früh schneidet, riskiert, dass sich die Tapete beim Trocknen zusammenzieht und einen Spalt hinterlässt.
Die eigentliche Arbeit beginnt mit der Vorbereitung. Steckdosen und Lichtschalter abkleben, Fußleisten abdecken, Böden mit Malervlies schützen. Wer direkt auf den alten Boden streicht, zahlt später für die Reinigung oder den Austausch. Beim Streichen zuerst die Decke, dann die Wände, zuletzt die Heizkörper. Zwischen zwei Anstrichen mindestens vier Stunden warten, auch wenn die Farbe trocken wirkt. Zu schnelles Nachstreichen führt zu Streifen und Blasen, die sich später nicht mehr korrigieren lassen.
Fenster sind der zweite kritische Bereich. Hier wird grundsätzlich geschnitten, nicht gefaltet. Die Bahn wird so angesetzt, dass sie die Fensterlaibung überdeckt. Mit dem Messer schneidet man entlang der Fensterkante, wobei die Klinge an der Laibung geführt wird, nicht frei in der Luft. Ein zu großer Überstand wird vorher grob abgeschnitten, damit die Bahn nicht verrutscht. Rund um den Fensterrahmen bleibt ein kleiner Spalt, der später mit einem sauberen Schnitt entlang der Rahmenkante nachgezogen wird. Wer hier zu ungenau arbeitet, bekommt Schattenkanten, die sich nicht mehr retuschieren lassen.
Außenecken brauchen Spannung, nicht Überlappung An Außenecken wird nicht geschnitten, sondern um die Kante geführt. Die Bahn läuft einige Zentimeter um die Ecke und wird dort fest angedrückt. Der Überstand wird anschließend mit dem Messer an der Kante entlang abgeschnitten, indem man die Klinge flach an die Wandwinkel anlegt. Ein häufiger Fehler ist, zu früh zu schneiden, solange der Kleister noch feucht ist. Dann reißt die Bahn ein. Besser: kurz antrocknen lassen, dann schneiden. An stark beanspruchten Außenecken empfiehlt sich zusätzlich ein sauberer Stoß, damit die Kante nicht aufplatzt.
Beim Tapezieren entscheidet nicht die große Fläche über das Ergebnis, sondern der Umgang mit Ecken und Fenstern. Hier trennt sich saubere Arbeit von Pfusch. Wer an der falschen Stelle schneidet oder falsch faltet, produziert Blasen, ausgefranste Kanten und sichtbare Übergänge, die sich später kaum korrigieren lassen. Die entscheidende Regel lautet: In der Ecke wird gefaltet, an Fenstern wird geschnitten – aber nicht überall gleich.
Beginnen wir an der Innenecke. Die erste Bahn wird bündig in die Ecke geführt und mit dem Tapezierwerkzeug fest angedrückt. Überstand bleibt stehen, er wird nicht abgeschnitten. Die zweite Bahn überlappt die erste um etwa zwei bis drei Zentimeter. Erst jetzt kommt der Schnitt: Mit einem scharfen Cuttermesser schneidet man durch beide Lagen hindurch, möglichst in einem Zug, und zieht die abgetrennten Reste ab. So entsteht eine Stoßkante auf Stoß, die fast unsichtbar ist. Wer stattdessen beide Bahnen einfach übereinander klebt, bekommt eine dicke Wulst, die im Streiflicht auffällt.
Ein typischer Fehler ist das Tapezieren über den Fenstersturz ohne Trennschnitt. Die Bahn spannt sich beim Trocknen und reißt ein. Deshalb wird an der oberen Fensterkante ein Entlastungsschnitt gesetzt, der die Spannung aufnimmt. Auch an Heizkörpernischen und Rollladenkästen gilt: erst grob anpassen, dann mit dem Messer nachschneiden, nie mit Gewalt um die Ecke ziehen. Der Kleister muss ausreichend abgebunden haben, sonst franst die Kante aus.