Wenn neue Triebe austreiben: was jetzt wirklich zählt
Für den Rebstock ist der Flüssigkeitsverlust in den meisten Fällen unproblematisch. Die austretende Flüssigkeit besteht überwiegend aus Wasser mit gelösten Mineralstoffen und Zucker, und die Menge ist im Verhältnis zum gesamten Wasservolumen des Stockes gering. Kritisch wird es nur, wenn das Bluten über Wochen anhält, ohne dass Knospen austreiben, oder wenn zusätzlich andere Schäden sichtbar sind. Ein einzelner Stock, der stark blutet und dessen Knospen sich normal entwickeln, braucht keine Behandlung.
Faustregeln für die Augenzahl pro Rebe Die Anzahl der Augen pro Rebe hängt von Sorte, Erziehungsform und Standraum ab. Als grobe Orientierung gilt: Pro Quadratmeter Laubwandfläche werden je nach Sorte und gewünschter Traubenzahl etwa 10 bis 15 Augen angesetzt. Bei einer Rebe mit zwei Fruchtruten und je acht Augen sind das 16 Augen. Wer unsicher ist, sollte mit einem mittleren Wert beginnen und nach der Blüte nachjustieren. Wichtig ist, die Augen gleichmäßig auf kräftige, gut verteilte Ruten zu verteilen. Schwache Ruten erhalten weniger Augen, kräftige mehr. So wird die Wuchskraft der einzelnen Rute berücksichtigt.
Schneiden nach Blühzeitpunkt statt nach Kalend
Beim Ausdünnen gilt eine einfache Regel: maximal ein Drittel der neuen Triebe entfernen, wenn die Pflanze gesund ist. Wer zu viel auf einmal wegnimmt, zwingt sie zu Notaustrieben, die dünn und anfällig bleiben. Bei jungen Bäumen lässt man den Leittrieb durchlaufen und kürzt nur konkurrierende Triebe, die steil nach innen wachsen. Diese Konkurrenztriebe erkennt man daran, dass sie im spitzen Winkel zum Stamm stehen.
Nicht jede Art verzeiht denselben Zeitpunkt Die zweite Falle ist die Annahme, alle Gehölze verhielten sich gleich. Früh blühende Sträucher wie Forsythie oder Flieder legen ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr an. Ein Schnitt im Frühling direkt zum Austrieb entfernt genau die Triebe, die in wenigen Wochen blühen sollen. Spät blühende Arten wie Sommerflieder oder Hibiskus treiben am einjährigen Holz und vertragen einen Rückschnitt kurz vor dem Austrieb problemlos. Wer das verwechselt, schneidet im falschen Jahr am falschen Trieb und wundert sich über ausbleibende Blüten.
Typische Fehler wiederholen sich. Zu spät schneiden, wenn das Laub bereits entfaltet ist, gehört dazu. Ebenso das Zurückschneiden ohne Rücksicht auf schlafende Augen: Wer bis ins alte Holz schneidet, riskiert, dass die Pflanze nicht mehr austreibt. Ein sauberer, schräger Schnitt knapp über einer nach außen zeigenden Knospe bleibt die Regel. Werkzeug sollte scharf und desinfiziert sein, denn unsaubere Schnitte an jungen Trieben sind Eintrittspforten für Pilze. Und wer nach dem Austrieb schneidet, entfernt Blattmasse, die die Pflanze gerade für die Photosynthese aufgebaut hat – ein Verlust, der die ganze Saison nachwirkt.
Erkennen, ob der Trieb gewollt ist oder nicht Nicht jeder Austrieb gehört zur Pflanze. Manche kommen aus der Unterlage, also unterhalb der Veredelungsstelle. Diese Wildtriebe sind meist heller, wachsen steiler und tragen keine sortentypischen Blätter. Wer sie stehen lässt, schwächt den veredelten Teil. Der Test ist einfach: vom Stamm aus nach unten tasten, wo die Veredelungsstelle sitzt. Alles darunter wird entfernt, und zwar direkt am Ansatz, ohne Stummel. Ein kurzer Stummel treibt sonst erneut aus und die Arbeit beginnt von vorn.
Die Dosierung des Ertrags gelingt nur, wenn während der Vegetation kontrolliert wird. If you want to find more in regards to zum Beitrag stop by the web page. Nach dem Austrieb zeigt sich, wie viele Augen tatsächlich ausgetrieben sind. Bleiben viele Augen taub, war der Schnitt zu schwach oder das Holz zu unreif. Treiben dagegen fast alle Augen aus und bilden kräftige Triebe, kann eine spätere Traubenreduktion nötig werden. Wer den Ertrag präzise steuern will, zählt nicht nur beim Schnitt, sondern auch nach dem Fruchtansatz die Trauben pro Rebe. Eine grobe Richtzahl: Für eine ausgewogene Qualität sollten je nach Sorte und Ziel zwischen 10 und 20 Trauben pro Rebe verbleiben.
Wer unsicher ist, beobachtet zwei bis drei Tage lang dieselbe Knospe. Veränderung zeigt sich schnell: Farbe, Größe, erste Spreizung. Erst wenn diese Bewegung einsetzt, ist der Zeitpunkt für die meisten Ziergehölze überschritten. Der ruhige Moment davor, mit festen Knospen und stabiler Wetterlage, bleibt das zuverlässigste Fenster für einen Schnitt, umweltfreundliche Wandgestaltung den die Pflanze ohne Schaden wegsteckt.
Häufige Fehler wiederholen sich: Triebe mit den Fingern abreißen statt mit sauberem Schnitt, zu spät im Jahr schneiden, oder die Schere ohne Desinfektion zwischen Pflanzen wechseln. Besonders der letzte Punkt überträgt Pilzkrankheiten zuverlässig. Auch das Düngen direkt nach dem Austrieb ist riskant. Zu viel Stickstoff produziert weiches Gewebe, das Wind und Frost nicht standhält. Wer unbedingt nachhilft, wartet, bis die Triebe verholzt sind, und arbeitet mit Kompost statt mit schnell löslichem Dünger.
Bei Stauden und Sträuchern ist die Sache anders. Dort sind neue Triebe aus der Basis oft erwünscht, weil sie die Pflanze verjüngen. Wer alte, verholzte Triebe im gleichen Zug entfernt, schafft Platz. Wichtig ist der Zeitpunkt: Bei früh blühenden Sträuchern schneidet man nach der Blüte, bei spät blühenden im zeitigen Frühjahr. Ein Schnitt im falschen Monat kostet die Blüte für ein ganzes Jahr.