4 Gründe, warum die Handschere den Kirschlorbeer besser formt
Wer eine Thuja dennoch stark zurückschneiden muss, sollte dies in Etappen tun. Zunächst werden nur einzelne, überstehende Triebe entfernt, dann wartet man eine Vegetationsperiode ab. Treiben neue grüne Nadeln aus, kann im nächsten Jahr vorsichtig nachgearbeitet werden. Bleibt der Bereich kahl, war der Schnitt zu tief. In diesem Fall hilft nur, die Lücke durch benachbarte Triebe überwachsen zu lassen oder die Hecke langfristig durch eine neue Pflanzung zu ersetzen. Ein radikaler Verjüngungsschnitt ins alte Holz führt bei Thuja fast immer zum Verlust der Form.
Der richtige Zeitpunkt liegt unmittelbar nach dem Abernten, solange das Laub noch grün ist und der Baum nicht in die Winterruhe übergeht. In Mitteleuropa ist das meist zwischen Ende Juni und Mitte August. Ein später Schnitt im September oder Oktober ist riskant, weil die Wunden dann kaum noch verheilen und Pilze wie die Monilia-Fäule angreifen können. Wer im Winter schneidet, provoziert starken Harzfluss und schwächt den Baum zusätzlich.
Worauf es beim Schnitt wirklich ankommt Geschnitten wird am besten im zeitigen Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt, oder direkt nach der Blüte. Ein Rückschnitt im Hochsommer ist möglich, doch dann sollte die Schere nur leicht angesetzt werden. Wichtig ist der Winkel: Ein Schnitt knapp über einem nach außen zeigenden Auge fördert eine offene, gut belüftete Krone. Ein Schnitt zu weit über dem Auge hinterlässt einen Stummel, der vertrocknet und als Eingangspforte für Krankheiten dient. Wer mit dem Messer arbeitet, kann diesen Winkel kaum kontrollieren, weil die Klinge wegrutscht.
So gehen Sie beim Schnitt konkret vor Entfernen Sie zuerst alle kranken, abgestorbenen und sich kreuzenden Äste. Nutzen Sie eine scharfe, desinfizierte Baumschere oder Säge. Setzen Sie Schnitte immer knapp über einem nach außen zeigenden Auge oder an einem jungen Seitenast an. Große Wunden mit einem Durchmesser über drei Zentimeter sollten Sie glatt nachschneiden und mit einem Wundverschlussmittel behandeln. Achten Sie darauf, keine Stummel stehen zu lassen – diese faulen leicht und sind Eintrittspforten für Krankheiten.
Ein häufiger Fehler ist der zu radikale Rückschnitt. Kirschbäume reagieren empfindlich auf starken Holzverlust und bilden dann sogenannte Wasserschosse, die den Baum zusätzlich belasten. Beschränken Sie sich auf das Nötigste: Auslichten, Totholz entfernen, sich reibende Äste ausschneiden. Bei jungen Bäumen reicht oft ein Erziehungsschnitt, bei älteren ein pflegender Auslichtungsschnitt. Wer mehr als ein Viertel der Krone entfernt, riskiert einen Wachstumsschock.
Wer den Unterschied einmal gesehen hat, greift nicht mehr zum Messer. Ein sauberer Schnitt spart späteres Ausbessern, reduziert den Krankheitsdruck und lässt den Kirschlorbeer dichter austreiben. Das Messer mag verlockend erscheinen, wenn die Schere gerade nicht zur Hand ist. Doch der Kirschlorbeer dankt es mit einem gleichmäßigen Wuchs, der über Jahre hält.
Die häufigsten Fehler: Wunden werden zu spät versorgt, weil man denkt, eine kleine Schramme heile von allein. Oder es wird zu viel desinfiziert, sodass gesunde Zellen mit abgetötet werden. Auch das Abdecken mit einem Pflaster über mehrere Tage ohne Wechsel schadet, weil sich Feuchtigkeit staut und Bakterien vermehren. Besser ist eine saubere Wundreinigung mit lauwarmem Wasser, eventuell eine einmalige Desinfektion, und dann ein atmungsaktiver Schutz, der täglich gewechselt wird.
Ein häufiger Fehler ist der zu tiefe Schnitt, der den Kragen halb entfernt. Die Wunde liegt dann im Stammholz, heilt schlecht, und es bildet sich eine dauerhafte Fäulnis. Ebenso falsch ist der zu weit außen geführte Schnitt: Bleibt ein Zapfen stehen, stirbt er ab und wird zum Eintrittspunkt für Pilze. Der Zapfen wächst nicht an, er fault. Manche greifen zur Astschere mit Amboß, die das Holz quetscht; eine scharfe Bypass-Schere oder eine feine Säge schneidet sauberer. Quetschungen behindern die Kallusbildung erheblich.
Die Handschere sollte scharf sein und regelmäßig nachgeschärft werden. Eine stumpfe Klinge quetscht genauso wie ein Messer. Für dünne Triebe bis etwa einen Zentimeter Durchmesser reicht eine Bypass-Schere. Dickere Äste gehören in eine Astsäge, nicht in die Schere. Wer den Kirschlorbeer als Hecke zieht, schneidet mit der Schere von unten nach oben und arbeitet sich in kleinen Abschnitten vor. So bleibt die Form gleichmäßig und die Schnittfläche sauber. Nach dem Schneiden hilft es, die abgeschnittenen Triebe sofort zu entfernen, damit sich keine Pilze über die frischen Wunden ausbreiten.
Nach dem Schnitt braucht der Baum Unterstützung. Gießen Sie bei Trockenheit durchdringend, aber vermeiden Sie Staunässe. Eine leichte Düngung mit Kompost oder organischem Dünger hilft bei der Regeneration, sollte aber nicht übertrieben werden. Kontrollieren Sie die Schnittstellen in den folgenden Wochen auf Risse oder Pilzbefall. Ein sauberer Schnitt nach der Ernte ist der beste Schutz vor der gefürchteten Gummifluss-Krankheit und hält den Kirschbaum über Jahre gesund und ertragreich.