4 Schnittregeln, Damit Himbeeren Jedes Jahr Tragen

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Zweimal tragende Sorten brauchen einen anderen Zeitpunkt Zweimal tragende Sorten, häufig Herbsthimbeeren genannt, bringen im September und Oktober Früchte an den einjährigen Ruten. Diese Ruten können im darauffolgenden Sommer ein zweites Mal tragen, allerdings schwächer. Zwei Vorgehensweisen sind üblich. Für eine kräftige Herbsternte schneidet man im Spätwinter alle Ruten bodennah ab. Für eine zusätzliche Sommerernte lässt man die stärksten Ruten stehen und kürzt nur die Spitzen. Beide Wege sind richtig, aber nicht im selben Jahr am selben Stock.

Der richtige Zeitpunkt: nach der Ernte, nicht davor Der günstigste Moment für das Auslichten liegt unmittelbar nach der Ernte, meist zwischen Ende August und Mitte September. Zu diesem Zeitpunkt hat der Baum bereits die Früchte abgeworfen, die Blütenknospen für das Folgejahr sind aber noch nicht vollständig ausdifferenziert. Ein Schnitt jetzt bremst den Baum kaum, weil er noch Reserven in Wurzeln und Stamm hat. Ein zweiter, vorsichtiger Termin ist das späte Winterende, etwa Ende Februar bis Anfang März, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Wer im Oktober oder November schneidet, riskiert Frostschäden an den offenen Wunden und fördert Pilzinfektionen wie die Bleiglanzkrankheit.

Beim Schneiden gilt: maximal ein Drittel der Krone pro Jahr entfernen. Wer zu radikal vorgeht, zwingt den Baum zu vegetativem Wachstum, und die Ernte im nächsten Jahr fällt aus. Wunden über zwei Zentimeter Durchmesser sollten glatt nachgezogen werden, damit sie schnell verheilen. Ein Wundverschlussmittel ist bei Pflaumen und Zwetschgen nicht zwingend nötig, kann aber bei starkem Schnitt im Spätsommer helfen, das Austrocknen zu verhindern. Wichtig ist sauberes Werkzeug: Eine scharfe Schere oder Säge mit desinfizierter Klinge verhindert die Übertragung von Viren und Bakterien.

Nach dem Auslichten bleibt der Baum ruhig stehen. Kein zusätzlicher Dünger, keine starke Bewässerung – beides würde den Neuaustrieb fördern und die gewünschte Fruchtholzbildung stören. Wer diese Reihenfolge einhält und auf die einjährigen Triebe achtet, erntet im Folgejahr wieder reichlich. Der Schnitt ist kein einmaliger Akt, sondern eine jährliche Routine, die den Baum formt und seine Gesundheit erhält.

Einmal tragende Sorten, oft als Sommerhimbeeren bezeichnet, tragen ausschließlich an zweijährigen Ruten. Nach der Ernte im Juli und August werden diese Ruten vollständig bis zum Boden entfernt. Die jungen, grünen Ruten bleiben stehen, denn sie liefern im nächsten Jahr die Früchte. Typischer Fehler: Im Herbst wird alles abgeschnitten, weil der Bestand aufgeräumt wirkt. Dann fällt die gesamte folgende Ernte aus. Wer unsicher ist, markiert die abgetragenen Ruten vor dem Schnitt mit einem farbigen Band.

Manche Steiltriebe sind trotzdem nützlich. Lässt sich eine Lücke in der Krone nicht anders schließen, kann man einen kräftigen Trieb waagerecht binden und über zwei bis drei Jahre zum Fruchtast erziehen. Das funktioniert nur, wenn man ihn regelmäßig nachjustiert und Fruchtknospen fördert. Ohne diese Pflege bleibt es ein Holztrieb. Am einfachsten ist es deshalb, auf die natürliche Wuchsrichtung zu achten: Bleibt der Trieb steil, wird er entfernt. Wächst er flach, darf er bleiben.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt in der Hauptwachstumsphase im Frühjahr. Dann reagiert Efeu mit starkem Neuaustrieb und bildet schnell Ersatzranken. Besser ist der späte Sommer oder der Herbst, wenn das Wachstum nachlässt. Ein zweiter Fehler: Mulch oder Rindenstücke direkt an den Stamm legen. Das hält die Feuchtigkeit und fördert neue Haftwurzeln. Lasst den Stammfuß einige Wochen offen und kontrolliert ihn regelmäßig. Treibt etwas nach, entfernt es sofort mit den Fingern, solange es noch weich ist. So bleibt der Wurzelbereich dauerhaft frei, ohne dass der Baum Schaden nimmt.

Erst den Stammfuß, dann die Ranken Beginnt mit einem sauberen Schnitt knapp über dem Boden. Setzt eine scharfe Astschere oder Gartenschere direkt am Stammfuß an und trennt alle Efeuranken durch, die den Stamm umfassen. Schneidet nicht in die Rinde des Baumes. Ein kurzer Schnitt pro Ranke genügt, danach lässt sich der obere Teil vorsichtig abziehen. Arbeitet von unten nach oben und löst die Haftwurzeln mit einem flachen Spatel oder einem stumpfen Messer ab. Zieht niemals mit Gewalt, sonst reißt Rinde mit ab.

Ein häufiger Fehler ist der Sommerschnitt zur falschen Zeit. Wer im Juni alle Steiltriebe komplett herausschneidet, nimmt dem Baum viel Blattmasse und provoziert neuen Austrieb. Besser ist es, im Winter die grobe Struktur zu korrigieren und im Sommer nur einzelne, besonders störende Triebe zu entfernen. Ein weiterer Fehler: Steiltriebe einfach nach unten binden, ohne sie zu schneiden. Das hilft kurzfristig, aber der Trieb wächst wieder nach oben, sobald die Bindung locker wird.

Wie man Steiltriebe am Kernobst richtig entfernt Der richtige Schnitt setzt an der Ansatzstelle an, nicht in der Mitte des Triebs. Ein Steiltrieb wird direkt am Ast oder Stamm abgeschnitten, ohne einen kurzen Zapfen stehen zu lassen. Bleibt ein Stummel, treibt der Baum genau daraus wieder aus. Bei jungen Bäumen und starkem Wachstum kann man stattdessen auf einen flach stehenden Seitentrieb ableiten, der die Funktion übernimmt. Wichtig ist, im Winter zu schneiden, solange der Baum ruht, und dabei nicht mehr als etwa ein Viertel der Krone auf einmal zu entfernen.