501 Dart: Warum die Profis anders werfen als Anfänger

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Die Wand vorbereiten und die Scheibe befestig

Der Abstand zur Wand ist kein Geschmacksthema. Ein Dartboard braucht etwa vier bis fünf Zentimeter Luft, damit die Darts im äußeren Ring nicht die Wand berühren. Wird das Board direkt an die Wand geschraubt, brechen Spitzen, der Ring franst aus, und die Wand nimmt Schäden. Eine Wandschutzplatte hinter dem Board ist deshalb nicht optional, sondern gehört zur Montage. Sie sollte mindestens die dreifache Fläche des Boards abdecken und bündig mit dem Center ausgerichtet sein.

Ein klassischer Trick nutzt die eigene Körpergröße. Stelle dich mit dem Rücken zur Wand neben die Dartscheibe. Berührt die Oberkante deines Kopfes fast das Bulls-Eye, ist die Höhe meist zu niedrig. Besser: Nimm einen Besenstiel oder ein langes Lineal und markiere daran die Höhe deiner Augenhöhe. Wenn du gerade stehst, liegt das Bulls-Eye typischerweise auf Höhe deiner Stirn oder etwas darüber. Das ist keine exakte Messung, aber ein guter erster Anhaltspunkt, um grobe Fehler zu erkennen.

Was die Wasserwaage nicht verrät Selbst ein exakt ausgerichtetes Board hängt schief, wenn die Halterung verzogen ist. Nach dem Anschrauben der Halterung wird das Board eingehängt und mit einer Wasserwaage auf der Oberkante geprüft. Zeigt die Libelle nicht mittig, ist nicht das Board das Problem, sondern die Halterung. Dann löst man die Schrauben eine halbe Umdrehung und richtet mit dünnen Unterlegscheiben nach. Erst wenn die Oberkante waagerecht steht, wird die Höhe der Mitte nachgemessen. Korrekturen erfolgen immer an der Halterung, niemals durch schräges Einhängen.

Mit Wasserwaage und Zollstock-Stücken zur exakten Höhe Genauer wird es mit einer Wasserwaage und einem Gegenstand, dessen Länge du kennst. Ein handelsüblicher Zollstock hat oft 2 Meter, doch ohne Maßband fehlt die Skala. Alternativ kannst du ein DIN-A4-Blatt verwenden: Es ist 29,7 Zentimeter lang. Lege es hochkant an die Wand unter das Bulls-Eye und markiere die Oberkante. Wiederhole das so oft, bis du die 1,73 Meter erreichst – das sind fünf Blätter plus ein Rest von etwa 24,5 Zentimetern. Diesen Rest schätzt du mit einem Geodreieck oder einem Lineal. Klebe die Markierungen mit Kreppband ab, damit du nicht durcheinanderkommst.

Bevor der Bohrer ansetzt, muss die Wand verstanden werden. Gipskarton trägt kein schweres Board an einem einzigen Dübel; hier sind zwei Bohrpunkte im Abstand der Halterung plus geeignete Hohlraumdübel nötig. Beton und Vollziegel verlangen einen Schlagbohrer und passende Dübel, Mauerwerk aus Hohlblocksteinen eher Injektionsmörtel. Der häufigste Fehler: zu flach bohren. Ein Dübel braucht eine Bohrlochtiefe, die mindestens einen Zentimeter über seine Länge hinausgeht, sonst sitzt die Schraube auf Staub statt auf Kraft.

Beim Vergleich der Scheiben zählt nicht die Optik, sondern die Verarbeitung der Spider und der Segmentringe. Ein zu weicher Draht verbiegt bei jedem Aufprall, die Segmente sitzen danach nicht mehr plan und die Pfeile prallen ab. Ein zu harter Spider hingegen beschädigt die Spitzen und lässt die Darts seitlich abgleiten. Gute Modelle in dieser Klasse haben einen federnden Spider, der sich beim Einschlag minimal mitbewegt. Ebenso wichtig ist die Rückseite: Eine dichte, austauschbare Rückenplatte verhindert, dass die Spitzen in die Wand dahinter eindringen. Fehlt sie, entstehen nach kurzer Zeit tiefe Kerben im Untergrund.

Die Höhe des Boards entscheidet über den Spaß am Spiel, nicht die Optik. Vorgesehen ist, dass die Mitte des Bullseye exakt 1,73 Meter über dem Boden liegt. Diese Zahl gilt für den Abstand zum Boden direkt unter dem Board, nicht für den Messpunkt an der Wand. Wer ungenau arbeitet, produziert jahrelang falsche Würfe. Miss die Höhe zweimal, markiere die Mitte mit einem dünnen Bleistiftkreuz und halte die Wasserwaage an diese Markierung, bevor du bohrst.

Training für 501 heißt nicht, stundenlang auf die 20 zu werfen. Wer besser werden will, trainiert Doppel und Finishes. Nimm dir zehn Aufnahmen pro Finish vor: 81, 96, 100, 121, 141, 164, 170. Wirf jede Kombination so lange, bis sie zweimal hintereinander sitzt. Notiere, welche Doppel du am häufigsten verfehlst. Die meisten verlieren nicht auf der 20, sondern auf der Doppel-16 oder der Doppel-8. Genau dort liegt der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten 501-Spieler.

Der Weg von 501 auf null Erfahrene Spieler zerlegen die 501 in Aufnahmen, nicht in Einzelwürfe. Eine typische Aufnahme bringt 60, 100 oder 140 Punkte. Wer konstant 60 wirft, steht nach sieben Aufnahmen bei 81 und kann mit Triple 19 und Doppel 12 finishen. Wer dagegen planlos auf die 20 zielt und dabei die 1 oder 5 trifft, verliert pro Aufnahme 40 bis 60 Punkte und damit mehrere Aufnahmen im Leg. Das ist kein Pech, sondern ein Rechenfehler.

Die häufigsten Fehler bei 501 sind nicht technisch, sondern taktisch. Erstens: zu früh auf ein Doppel gehen, obwohl noch 170 Punkte übrig sind. Zweitens: bei Restpunkten unter 170 nicht die richtige Zahl wählen. Wer bei 96 steht, wirft Triple 20 und Doppel 18 – nicht Single 20, Single 20, Doppel 28, denn das gibt es nicht. Drittens: den Gegner ignorieren. Wer selbst nicht finishen kann, sollte so werfen, dass der Gegner keine leichten Doppel bekommt. Das nennt man Stellen, nicht Werfen.