5 Fugenbreiten Beim Fliesenlegen, Die Wirklich Halten
Fugenbreite richtig einstellen und typische Fehler vermeiden Für gleichmäßige Fugen braucht man keine Schätzung, sondern Hilfsmittel. Fugenkreuze oder Abstandhalter in der gewünschten Stärke werden an jeder Ecke gesetzt, danach richtet man die Fliese mit dem Gummihammer aus. Wichtig ist, die Abstandhalter erst zu entfernen, wenn der Kleber ausreichend abgebunden hat. Wer sie zu früh zieht, verschiebt die Fliesen und erhält unregelmäßige Fugen. Ebenso falsch ist es, die Fugen vor dem Verfugen komplett zu reinigen: Kleberreste in der Fuge verschlechtern die Haftung des Fugenmörtels.
Nach dem Verlegen lassen sich Hohlstellen durch Abklopfen mit einem Holz- oder Kunststoffklopfer erkennen. Klingt es hohl, fehlt Haftung. Um Hohlstellen von vornherein zu vermeiden, sollten Verarbeiter den Kleber immer frisch anrühren, die Zahnung passend wählen, Fliesen vollflächig einsetzen und den Untergrund vorab gründlich prüfen. Wer diese Punkte konsequent einhält, verlegt im Neubau dauerhaft tragfähige und hohlstellenfreie Fliesen.
Wann ein Verzicht tatsächlich möglich i
Zuerst wird der Bereich um die Bohrstelle untersucht. Steckdosen, Lichtschalter, Heizkörper und Wasserhähne verraten viel über den Verlauf der Leitungen. Ein Blick auf den Grundriss oder die Baupläne hilft, wenn sie vorhanden sind. Fehlen sie, bleibt nur die messtechnische Prüfung. Dabei ist wichtig: Kein einzelnes Verfahren erkennt alles. Stromleitungen lassen sich mit einem Leitungssucher orten, der auf metallische Adern und Spannungsfelder reagiert. Wasser- und Heizungsrohre aus Kunststoff erkennt ein solches Gerät dagegen oft nicht, weil sie kein Metall enthalten. Hier braucht es einen speziellen Rohrortungssensor oder eine Wärmebildkamera, die bei warmem Wasser die Wärmesignatur sichtbar macht.
Vor dem Einbringen sind die Flanken gründlich zu reinigen. Staub, Öl, Zementschlämme und lose Partikel zerstören die Haftung. Bei saugfähigen Untergründen empfiehlt sich ein Haftprimer, der genau zum gewählten Dichtstoff passt – ein Primer für Silikon funktioniert nicht mit Polyurethan. Ebenso wichtig ist die Temperatur: Bei Kälte unter fünf Grad oder auf feuchtem Untergrund härtet kaum ein Dichtstoff zuverlässig aus. Zu früh aufgebrachter Regen wäscht die Fuge aus, bevor sie angebunden hat.
Am Ende zählt nicht die Optik allein, sondern die Funktion. Eine richtig gewählte Fugenbreite nimmt Bewegungen auf, entwässert die Fläche und schützt die Fliesenkanten. Wer sich an Format, Untergrund und Nutzung orientiert, muss später keine Fugen auskratzen oder Platten austauschen. Die Breite ist damit eine der wenigen Entscheidungen beim Fliesenlegen, die man nur einmal richtig treffen muss – vorausgesetzt, sie wird vor dem ersten Kleberauftrag geklärt.
Was am Rand der Fuge schiefgeht Der häufigste Fehler ist die falsche Fugengeometrie. Damit ein Dichtstoff dauerhaft arbeitet, muss das Verhältnis von Breite zu Tiefe stimmen – in der Regel etwa zwei zu eins, bei starken Bewegungen eher eins zu eins. Eine zu flache Fuge reißt bei Temperaturschwankungen auf. Genauso problematisch ist das Fehlen einer Hinterfüllung: Ohne Rundschnur aus Schaumstoff haftet der Dichtstoff auch am Fugengrund und kann sich nicht dehnen. Die Schnur muss etwa ein Viertel breiter sein als die Fuge, damit sie sicher klemmt.
Der Untergrund muss vor dem Verlegen sauber, tragfähig, trocken und eben sein. Staub, lose Partikel, Gipsreste oder Trennmittel verhindern, dass der Kleber haftet. Bei Neubauten ist der Estrich oft noch zu feucht; Feuchtigkeitsmessungen mit einem geeigneten Messgerät sind Pflicht. Abdichtungen im Nassbereich müssen vollständig durchgetrocknet und geprüft sein.
Ein häufiger Fehler ist zu starkes Anziehen der Schrauben. Dadurch entsteht eine neue Spannung, die sich an anderer Stelle als Knarren zeigt. Ebenso falsch ist es, Fugen mit zu viel Leim zu füllen. Quillt der Leim heraus, entsteht eine harte Kante, die später beim Auftragen des Lackes sichtbar bleibt. Nach dem Befestigen sollte der Boden einige Tage ohne Belag genutzt werden, damit sich das Holz an die Raumfeuchte anpassen kann. Erst dann schleifen, grundieren und versiegeln. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet, dass das Quietschen durch die neue Oberfläche wieder hörbar wird.
Für den Randbereich kommen vor allem dauerelastische Dichtstoffe auf Basis von Polyurethan, Silikon oder MS-Polymer in Frage. Polyurethan haftet sehr gut auf Beton und Mauerwerk und nimmt größere Bewegungen auf, ist aber gegen UV-Strahlung empfindlich und muss an bewitterten Stellen abgedeckt werden. Silikon ist UV-beständig und eignet sich für Anschlüsse an Glas und Metall, haftet auf mineralischen Untergründen jedoch nur mit passendem Primer zuverlässig. MS-Polymer verbindet gute Haftung mit Witterungsbeständigkeit und lässt sich überstreichen, härtet aber langsamer aus.
Beim Verlegen ist das vollflächige Einsetzen der Fliese wichtig. Die Fliese wird mit leichtem Druck und einer leichten Drehbewegung in das Kleberbett gesetzt, nicht nur aufgelegt. Bei großen Formaten und bei Bodenfliesen empfiehlt sich das Anschlagen mit einem Gummihammer oder einem geeigneten Schlagwerkzeug, um den Kleber gleichmäßig zu verteilen. Hohlstellen entstehen besonders dann, wenn der Kleber nur punktuell oder in Rillen haftet und die Fliese nicht vollständig aufliegt.