Axolotl Mit Fischen Vergesellschaften, Was Fast Immer Schiefgeht
Erste Portionen richtig dosieren Beginne mit kleinen Mengen Lebendfutter, das sich klar erkennen lässt: kleine Regenwürmer, Daphnien oder fein geschnittene Tubifex. Ein Stück von der Größe des Axolotlkopfes reicht für den Anfang. Biete es mit einer Pinzette direkt vor dem Maul an, nicht einfach ins Wasser werfen. Sinkt das Futter zu Boden, saugt es der Axolotl oft nicht mehr auf. Nach zehn Minuten nicht gefressene Reste sofort absaugen. Wiederhole die Fütterung jeden zweiten Tag, bis das Tier zuverlässig nimmt.
Typische Fehler sind: eine Zeitschaltuhr auf 12 Stunden einzustellen, weil man das von Fischen kennt; das Licht einzuschalten, sobald man den Raum betritt; oder eine grelle Beleuchtung ohne Rückzugsmöglichkeiten. Auch eine dauerhafte Beleuchtung rund um die Uhr schadet massiv. Axolotl brauchen eine klare Dunkelphase, um zur Ruhe zu kommen. Wer nachts eine kleine Rotlichtlampe zur Beobachtung nutzt, sollte diese nur kurz einsetzen – Rotlicht wird von Axolotl zwar schlechter wahrgenommen, ist aber nicht unsichtbar.
Warum Fische und Axolotl fast nie zusammenpassen Fische sind die häufigste und zugleich schlechteste Wahl. Kleine Fische wie Guppys oder Neonsalmler werden vom Axolotl gefressen, sobald sie vorbeischwimmen. Größere Fische wie Goldfische oder Barsche knabbern an den Kiemenästchen und Flossen der Axolotl. Hinzu kommt der Temperaturkonflikt: Axolotl brauchen dauerhaft kühles Wasser zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Die meisten Aquarienfische vertragen diese Kälte nicht und werden krank. Umgekehrt vertragen Axolotl die üblichen 24 bis 26 Grad nicht und bekommen Pilzinfektionen. Ein weiteres Problem ist der Stoffwechsel: Fische fressen den Axolotln das Futter weg, wenn man nicht gezielt füttert.
Axolotl vertragen Temperaturen über 20 Grad Celsius schlecht. Bereits ab 22 Grad steigt der Stoffwechsel, die Tiere fressen weniger, verlieren Schleimhaut und werden anfällig für Pilze und Bakterien. Wer keinen teuren Durchlaufkühler kaufen will, muss den Sommer über planen, nicht improvisieren. Die folgenden Maßnahmen lassen sich einzeln oder kombiniert einsetzen.
Ein weiterer typischer Fehler ist das Hochnehmen mit einem Kescher. Kescher verletzen die empfindliche Haut und die Kiemen. Auch das Anfassen mit trockenen Händen ist tabu. Die Haut des Axolotls ist eine Schleimhaut, die bei Berührung mit trockener Haut oder Seifenresten pilzt und sich entzündet. Vor jedem Kontakt müssen die Hände gründlich mit warmem Wasser abgespült werden, ohne Seife. Danach kühlt man die Hände unter kaltem Wasser ab, damit der Temperaturschock für das Tier gering bleibt.
Ein frisch gekaufter Axolotl hat meist wochenlange Transporte und unbekannte Haltungsbedingungen hinter sich. Der Magen-Darm-Trakt ist empfindlich, die Tiere sind gestresst und fressen in den ersten Tagen oft gar nichts. Wer jetzt mit der falschen Nahrung oder zu großen Portionen beginnt, riskiert Darmverschluss, Verpilzung oder einen tödlichen Kreislaufkollaps. Die erste Fütterung entscheidet also darüber, ob das Tier überhaupt ankommt.
Ein weiterer Hebel ist das Licht. Leuchtstoffröhren und starke LED-Leisten heizen das Wasser auf. Im Sommer nur die halbe Beleuchtungsdauer fahren oder ganz darauf verzichten, wenn Tageslicht ausreicht. Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, Vorhänge schließen. Auch die Raumtemperatur senken: nachts lüften, tagsüber abdunkeln, keine Elektrogeräte neben dem Becken betreiben. Wer in einer Dachwohnung lebt, sollte über einen Keller oder einen kühleren Raum als Sommerquartier nachdenken.
Wer den Axolotl dennoch hochnehmen muss, etwa für eine Umsetzung in ein Quarantänebecken, sollte das Tier niemals in der Luft halten. Axolotl atmen über Kiemen und Lunge, aber sie können außerhalb des Wassers nur wenige Minuten überleben. Der Körper muss immer von einer feuchten Hand gestützt werden. Ein kurzer Transport in einem sauberen Behälter mit etwas Aquarienwasser ist besser als der Weg über die Hand. Nach dem Zurücksetzen bleibt das Tier oft Stunden versteckt. Das ist normal und kein Zeichen von Krankheit.
Das Training läuft in kleinen Schritten ab. Zuerst gewöhnt man den Axolotl an die eigene Hand im Wasser. Die Hand wird mehrere Tage lang nur in die Nähe des Tieres gehalten, ohne es zu berühren. Danach legt man die Hand flach auf den Boden des Aquariums, direkt vor den Axolotl. Viele Tiere klettern von selbst auf die Hand, wenn sie neugierig werden. Erst wenn das regelmäßig passiert, hebt man die Hand langsam an, maximal zwei Zentimeter. Dann sofort wieder absetzen. Kein Hochheben aus dem Wasser in den ersten Wochen.
Nach etwa zwei Wochen fester Fütterung kannst du auf eine Mahlzeit alle drei Tage umstellen. Erwachsene Tiere vertragen längere Pausen besser als zu häufige Gaben. Überfütterung zeigt sich an Fettleibigkeit, trägen Bewegungen und schlechter Wasserqualität. Wiege das Tier nicht, beobachte stattdessen die Körperform von oben: Der Kopf sollte etwas breiter als der Körper sein. Ist der Bauch breiter, wird zu viel gefüttert. Weniger ist bei Axolotln fast immer mehr.