Ecken Und Fenster Tapezieren: Der Fehler, Der Jede Blase Verursacht
Bevor überhaupt gebürstet wird, sollte die Fuge angefeuchtet werden. Trockener Schmutz staubt und wird tiefer eingedrückt. Einweichen mit warmem Wasser oder einem Reiniger lockert die oberste Schicht. Anschließend arbeitet man in kurzen Bahnen entlang der Fuge, nicht quer darüber. Nach dem Reinigen gründlich mit klarem Wasser nachspülen, sonst bleiben Reinigungsmittelreste zurück und binden neuen Schmutz. Bei stark verschmutzten Fugen ist eine Wiederholung nach einigen Minuten wirksamer als starker Druck mit der Drahtbürste.
Ein häufiger Fehler ist die Dosierung. Konzentrierter Essig oder reine Essigessenz greifen auf Dauer die Fugenmasse an, besonders wenn es sich um Zementfugen handelt. Besser ist eine verdünnte Lösung, die man nur auf die betroffene Stelle gibt. Ebenso falsch ist es, Natron trocken in die Fugen zu streuen und mit Wasser nachzuspülen. Dadurch entsteht eine körnige Schicht, die beim Abwischen kratzt. Die Paste muss dickflüssig sein, damit sie haftet und nicht in die Fugen läuft. Bei Silikonfugen ist Vorsicht geboten: Essig kann das Silikon spröde machen, Natron dagegen ist unbedenklich. Schimmel in Silikonfugen lässt sich mit Natronpaste und einer Bürste entfernen, aber nicht dauerhaft, wenn die Fuge bereits unterwandert ist.
Der erste Schritt ist die genaue Diagnose. Öffne die Tür langsam und beobachte, wo genau sie streift: an der Schließkante unten, an der Bandseite oder oben am Rahmen. Streift sie nur an einer schmalen Stelle, ist das ein typisches Zeichen für eine Absenkung an den Scharnieren. Streift sie über die gesamte Breite, hat sich eher der Rahmen verzogen oder das Holz ist aufgequollen. Diese Unterscheidung entscheidet, ob Nachstellen überhaupt sinnvoll ist.
Ein weiterer typischer Fehler ist die falsche Reihenfolge beim Aufbau. Zuerst werden die Rahmen montiert, dann ausgerichtet, dann verankert – und erst danach die Traversen und Böden eingesetzt. Wer die Verankerung erst nach dem Einlegen der Ware vornimmt, arbeitet unter Last und kann das Regal nicht mehr sauber ausrichten. Auch das Ausrichten mit Wasserwaage oder Laser wird oft übersprungen. Ein schiefes Regal belastet einzelne Streben stärker und kann im Extremfall einknicken.
Nach der Reinigung sollte man die Fugen trocken nachwischen, sonst bleibt ein Film zurück, der neuen Schmutz anzieht. Wer regelmäßig putzt, braucht keine starken Mittel. Ein bis zwei Anwendungen pro Monat mit Natronpaste reichen meist aus. Bei hartnäckigen Verkrustungen kann man die Paste über Nacht einwirken lassen, aber nur auf dichten, glasierten Oberflächen. Auf unglasierten Fliesen oder Fugen mit Zementanteil sollte man vorher an einer unauffälligen Stelle testen, ob die Paste Spuren hinterlässt.
Schiefe Wände im Altbestand sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Kein Baujahr vor den achtziger Jahren hat wirklich lotrechte Flächen, und wer das ignoriert, verliert beim Verputzen, Fliesenlegen oder beim Aufstellen von Schränken mehrere Zentimeter. Der erste Schritt ist deshalb nicht das Material, sondern die Messung. Eine Maurerschnur, gespannt zwischen zwei Befestigungspunkten an der Decke und am Boden, zeigt sofort, wie stark die Wand aus dem Lot läuft. Zusätzlich prüft man mit einer langen Richtlatte oder Wasserwaage die Fläche in der Horizontalen und in der Diagonalen. Erst wenn klar ist, ob die Wand kippt, bauchig ist oder nur eine Ecke vorspringt, lässt sich entscheiden, wie viel Ausgleich überhaupt nötig ist.
Ein häufiger Fehler ist der Einsatz einer Drahtbürste auf einer Bohrmaschine oder einem Winkelschleifer. Die hohe Umdrehungszahl trägt das Fugenmaterial in Sekunden ab und beschädigt die Fliesenkanten. Wer dennoch mechanisch arbeiten will, sollte zu einer Nylonbürste mit mittlerer Härte greifen und diese mit niedriger Drehzahl führen. Für die meisten Fugen im Haushalt reicht jedoch eine Handbürste mit Kunststoffborsten, kombiniert mit einem geeigneten Reiniger. Bei Kalkablagerungen hilft ein saurer Reiniger, bei Fett ein alkalischer. Die Bürste ist dann nur noch für die Mechanik zuständig, nicht für die Chemie.
Wer Essig und Natron getrennt einsetzt, schont die Oberfläche und spart Geld. Essig für Kalk, Natron für Fett und Gerüche – nie zusammen. Bei Naturstein und Silikon auf Essig verzichten. Und immer erst an einer kleinen Stelle prüfen, bevor die ganze Fuge behandelt wird. So bleiben Fliesen und Fugen sauber, ohne dass die Oberfläche Schaden nimmt.
Für die meisten Fugen genügt eine Paste aus drei Teilen Natron und einem Teil Wasser. Diese wird mit einer alten Zahnbürste in die Fugen eingearbeitet und fünf bis zehn Minuten einwirken gelassen. Anschließend mit warmem Wasser abspülen und mit einem Tuch trocken nachwischen. Bei Kalkrändern an Silikonfugen oder Fliesenrändern hilft verdünnter Essig: ein Teil Essigessenz auf drei Teile Wasser, aufsprühen, kurz warten, abwischen. Wichtig ist, die Lösung nicht auf Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin zu geben. Säure ätzt die Oberfläche an, sie wird matt und rau.