Kaffeesatz als Dünger: warum er die Erde oft versauert

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Am sichersten gießt man den Innentopf außerhalb des Übertopfs. Man stellt ihn in die Spüle oder in eine Schüssel, gießt langsam, bis unten Wasser austritt, und wartet zehn bis fünfzehn Minuten. Danach lässt man ihn gut abtropfen und setzt ihn erst dann zurück. Wer direkt im Übertopf gießt, sollte danach den Innentopf herausnehmen und den Übertopf auf Restwasser kontrollieren. Ein Blick mit der Hand am Boden genügt. Ist es feucht, gießt man das Wasser aus und trocknet den Übertopf ab. Bei großen Gefäßen ohne Abstand hilft ein Saugheber oder ein Schwamm, um das Wasser herauszuholen.

Ein häufiger Fehler ist das Abduschen bei praller Sonne oder direkt danach. Wassertropfen auf den Blättern wirken wie kleine Brenngläser und verursachen braune Flecken. Besser ist der frühe Morgen oder ein bedeckter Nachmittag. Auch zu kaltes Wasser aus der Leitung im Winter kann Chlor und Kalk enthalten, der sich als weißer Belag auf den Blättern absetzt. Wer weiches Wasser hat, spült mit Regenwasser nach. Bei hartem Wasser empfiehlt sich ein finaler Sprühstoß mit destilliertem Wasser, damit keine Kalkränder bleiben.

Auch die Art des Wassers spielt eine Rolle. Kalkhaltiges Leitungswasser hinterlässt auf Blättern und Substrat weiße Rückstände und kann den pH-Wert verschieben. Wer Regenwasser sammelt oder abgestandenes Wasser verwendet, verringert dieses Problem. Wichtig ist außerdem, nie auf die Blätter zu gießen, wenn die Pflanze in der prallen Sonne steht: Wassertropfen wirken wie Brenngläser und verursachen Flecken. Gieße direkt auf das Substrat, nicht in die Blattrosette, wo sich sonst Fäulnis bildet.

Am Ende entscheidet nicht die Optik des Topfes, sondern der Wasserhaushalt an der Wurzel. Ein Gefäß mit Abflussloch und freiem Abstand zum Untersetzer ist die einfachste Lösung. Wo das nicht möglich ist, braucht es konsequente Kontrolle nach jedem Gießen. Wer das einhält, verliert seltener Pflanzen durch Fäulnis. Wer es ignoriert, gießt gegen die eigene Pflanze an – und merkt es meist zu spät.

Für die meisten Zimmerpflanzen ist frischer Kaffeesatz ungeeignet. Der pH-Wert liegt je nach Röstung zwischen 4,5 und 5,5. Gießt man regelmäßig damit, sinkt der pH-Wert im Substrat. Kalkliebende Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Lavendel oder Weihnachtskaktus reagieren mit gelben Blättern und Wachstumsstopp. Sauer tolerieren ihn Hortensien, Rhododendren, Heidelbeeren und Farne. Selbst dort gilt: nur getrocknet und dünn ausgebracht, etwa ein Esslöffel pro Liter Substrat, eingemischt und nicht als Deckschicht.

Ein weiterer Fehler: das Loch mit einer dicken Erdschicht von innen zusetzen. Beim Einpflanzen rieselt Substrat in die Öffnung und verstopft sie. Ein Stück Fliegengitter oder ein Kaffeefilter über dem Loch verhindert das, ohne den Wasserabfluss zu blockieren. Bei Töpfen im Freien kommt Laub hinzu, das den Abfluss von außen verschließt. Deshalb vor der kalten Jahreszeit den Boden und das Loch kontrollieren. Ein verstopftes Loch wirkt im Ergebnis wie kein Loch – nur schwerer zu erkennen.

Richtig kompostieren statt direkt düngen Die sichere Methode ist der Kompost. Kaffeesatz zählt zu den grünen, stickstoffreichen Abfällen. Mischt man ihn mit trockenem Laub, Holzhäcksel oder Eierschalen, entsteht innerhalb weniger Wochen ein brauchbarer Humus. Wichtig ist ein Verhältnis von etwa einem Teil Kaffeesatz zu drei Teilen trockenem Material, sonst wird der Haufen matschig und riecht nach Fäulnis. Regenwürmer mögen den Kaffeesatz, aber nur in Maßen. Nach dem Kompostieren ist der pH-Wert weitgehend neutralisiert, und die Nährstoffe stehen den Pflanzen in verwertbarer Form zur Verfügung.

Kaffeesatz eignet sich nicht als Blattdünger. Auf den Blättern bildet er einen Film, der die Spaltöffnungen verstopft und Pilzkrankheiten begünstigt. Auch das Ausbringen im Winter ist ein Fehler: Ohne Pflanzenwachstum bleibt der Stickstoff liegen, wird ausgewaschen und belastet das Grundwasser. Besser ist die Anwendung im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Pflanzen aktiv wachsen. Wer dauerhaft mit Kaffeesatz düngt, sollte den pH-Wert des Substrats gelegentlich mit einem einfachen Teststreifen prüfen und bei Bedarf mit etwas Kalk oder Algenkalk gegensteuern.

Ähnlich verhält es sich mit anderen Hausmitteln. Eierschalen bestehen aus Kalk und lösen sich im Gießwasser kaum auf. Zerkleinert und in den Kompost gegeben, sind sie sinnvoll. Als Deko auf der Erde schützen sie vor nichts außer Schnecken, und das auch nur unzuverlässig. Bananenschalen enthalten Kalium, aber auch viel Zucker, der Wespen und Ameisen anzieht. Ein Sud aus Bananenschalen kann als schwacher Flüssigdünger dienen, ersetzt aber keinen ausgewogenen Dünger.

Kaffeesatz landet bei vielen auf dem Kompost oder direkt im Blumentopf. Die Idee klingt logisch: Er enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium, also genau das, was Pflanzen brauchen. Das Problem liegt nicht in den Nährstoffen, sondern in der Menge und in der Form, in der sie vorliegen. Frischer Kaffeesatz ist sauer, feucht und schimmelt schnell. Wer ihn einfach oben auf die Erde kippt, füttert in erster Linie Pilze und Trauermücken, nicht die Pflanze.