Kreidende Farbe auf sandendem Putz: warum Grundieren oft falsch läuft
Der erste Schritt ist immer eine gründliche Prüfung. Mit der flachen Hand über die Wand streichen: Bleibt ein weißer oder grauer Abrieb am Handballen, ist der Untergrund sandend. Ein zweiter Test mit einem feuchten Schwamm zeigt, wie stark der Putz saugt. Kreidende Farbschichten lösen sich oft schon beim Anfeuchten. Wer diese Prüfung überspringt, grundiert ins Leere und wundert sich später über Blasen oder Risse.
Ob eine Wand vor dem Tapezieren grundiert werden muss, hängt nicht vom Tapezierer ab, sondern vom Untergrund. Grundierung ist kein optionaler Arbeitsschritt, sondern eine Haftbrücke zwischen Wand und Kleister. Wer sie weglässt, riskiert Blasen, abfallende Bahnen und sichtbare Fugen. Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob grundiert wird, sondern wann der Untergrund sie zwingend verlangt.
Bei stark kreidenden Altanstrichen hilft nur mechanisches Entfernen. Lose Farbe mit einer Drahtbürste oder einem Schleifpad abtragen, Staub absaugen, nicht feucht abwaschen. Feuchtigkeit treibt den Kreideabrieb in den Putz und verschließt die Poren. Nach dem Abschleifen folgt der Verfestiger. Erst wenn dieser vollständig durchgetrocknet ist, darf die neue Farbe kommen. Zu frühes Überstreichen führt dazu, dass der Festiger wieder aufweicht und die Haftung zusammenbricht.
Grundierung ist also kein Ritual, sondern eine Entscheidung, die vom Untergrund abhängt. Saugende, sandende, glatte oder uneinheitliche Flächen verlangen sie fast immer. Nur bei festem, tragfähigem und gleichmäßig saugendem Untergrund kann man darauf verzichten. Im Zweifel gilt: lieber grundieren als nachbessern, denn die Arbeit an der Wand ist deutlich aufwendiger als ein zusätzlicher Anstrich vor dem Tapezieren.
Zuerst prüfen, ob Kleben überhaupt in Frage kommt. Ein Spiegel mit Rahmen aus Holz oder Metall lässt sich fast immer kleben, ein rahmenloser Spiegel mit versilberter Rückseite nur dann, wenn der Kleber die Versilberung nicht angreift. Reine Silikonkleber sind hier riskant, weil sie den Spiegelbelag von hinten anlösen können. Besser geeignet sind lösungsmittelfreie Montagekleber auf Acrylatbasis oder spezielle Spiegelklebebänder. Bei einem Spiegel über 60 Zentimeter Kantenlänge reicht reines Kleben selten aus – dann zusätzlich oben und unten kleine Schrauben oder Klemmschienen setzen, die das Gewicht tragen.
Die Frage nach der Grundierung wird meist pauschal beantwortet: entweder immer oder nie. Beides ist falsch. Der Untergrund entscheidet, nicht die Gewohnheit. Wer das ignoriert, arbeitet entweder unnötig teuer oder riskiert, dass der gesamte Anstrich nach Monaten abblättert. Die entscheidenden Hinweise liefert der Untergrund selbst – man muss nur wissen, worauf man achtet.
Sandender Putz verliert mit der Zeit oberflächlich Bindemittel. Wer darüber streicht, merkt nach dem Trocknen, dass die Farbe kreidet, abpudert oder sich mit dem Finger abwischen lässt. Das liegt selten an der Farbe selbst, sondern an der offenen, instabilen Oberfläche. Die oberste Schicht besteht aus losen Mineralpartikeln, die keine Haftung mehr bieten. Jeder Anstrich, der direkt darauf kommt, sitzt nur auf diesem Sand und wird mit ihm zusammen abgetragen.
Ein weiterer typischer Fehler ist das Streichen in Bögen oder Kreisen. Das mag bei kleinen Flächen funktionieren, auf großen Wänden führt es zu unregelmäßiger Schichtdicke. Besser ist das Arbeiten in geraden Bahnen von oben nach unten oder von links nach rechts. Bei Ecken und Kanten lohnt es sich, zuerst mit einem Pinsel die Ränder zu streichen und dann mit der Rolle nass in nass darüberzugehen. So verschwinden Pinselspuren und es entsteht ein gleichmäßiges Bild.
Für die Anwendung mischt man zwei Teile Backpulver mit einem Teil Wasser zu einer Paste. Diese Paste wird mit einer alten Zahnbürste oder einer schmalen Fugenbürste in die Fugen eingearbeitet. Wichtig ist, nicht zu viel Wasser zu nehmen, sonst läuft die Mischung weg und wirkt kaum. Nach etwa zehn Minuten Einwirkzeit bürstet man die Fugen gründlich nach und spült mit klarem Wasser nach. Bei hartnäckigen Kalkrändern kann man statt Wasser Essigessenz nehmen, allerdings nur auf Fliesen und nicht auf Naturstein oder Marmor, denn Säure greift kalkhaltige Oberflächen an.
Nach dem Verfestigen und Trocknen folgt ein Probeanstrich an einer unauffälligen Stelle. Erst wenn dieser nach dem Aushärten nicht abkreidet und fest sitzt, wird die ganze Fläche gestrichen. Zwischen den Anstrichen ausreichend Zeit lassen, meist reicht ein Tag. Bei kühler und feuchter Witterung länger warten. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt eine Oberfläche, die nicht mehr pudert und auch nach Jahren noch hält.
Wo Backpulver an seine Grenzen stößt Backpulver ist kein Allheilmittel. Bei Schimmel in den Fugen reicht es nicht aus, weil es die Pilzsporen nicht abtötet. Hier hilft eine Mischung aus Backpulver und Wasserstoffperoxid, die man ebenfalls einige Minuten einwirken lässt. Auch bei sehr alten, tief eingedrungenen Verschmutzungen oder bei Zementfugen, die bereits porös sind, bringt das Hausmittel wenig. Wer dann mit einer Drahtbürste nachhilft, zerstört die Fugenoberfläche und schafft neue Angriffsflächen für Schmutz. Besser ist es, die Fugen nach der Reinigung mit einer speziellen Versiegelung zu behandeln, damit sie länger sauber bleiben.