Passepartout Falsch Gemessen: Der Fehler, Der Das Bild Verdeckt
Vor dem Schneiden lohnt eine Kontrollrechnung auf Papier. Ausschnittbreite plus zweimal Rand links und rechts muss die Außenbreite ergeben, Ausschnitthöhe plus oberer Rand plus unterer Rand die Außenhöhe. Stimmt das nicht, liegt der Fehler fast immer in der Überlappung: Sie wurde doppelt berücksichtigt oder ganz vergessen. Ein zweiter typischer Fehler ist das Messen am Rahmen statt am Bild – der Rahmen ist oft nicht maßhaltig, und die Falz gibt zusätzlich Raum.
Beim Einlegen zeigt sich, ob die Planung trägt. Das Bild wird mittig hinter den Ausschnitt gelegt, mit der Überlappung rundum. Rutscht es, ist der Ausschnitt zu groß; wellt es sich, ist die Überlappung zu breit oder das Papier zu stark. Wer diese drei Werte getrennt notiert und erst dann schneidet, spart sich den zweiten Zuschnitt. Ein Passepartout verzeiht keinen Rechenfehler, aber es verrät auch keinen, solange die Maße vorher sauber auf dem Papier stehen.
Ein Passepartout wirkt nur dann, wenn es exakt sitzt. Wer das Innenmaß, die Überlappung und die Randbreite falsch ansetzt, bekommt entweder einen zu großen Spalt, durch den das Bild durchrutscht, oder einen zu engen Ausschnitt, der die Bildränder abschneidet. Die drei Maße hängen voneinander ab, und die Reihenfolge beim Messen entscheidet über das Ergebnis.
Vor dem Bohren gehört eine Kontrolle dazu, was hinter der Wand liegt. Stromleitungen verlaufen oft waagerecht und senkrecht von Schaltern und Steckdosen. Ein Leitungssuchgerät oder zumindest ein Blick auf den Grundriss verhindert Schäden. Auch Wasserrohre sind möglich, besonders in Küche und Bad. Sitzt die erste Bohrung falsch, wird sie nicht einfach zugespachtelt und überbohrt, sondern versetzt. Ein zweites Loch direkt daneben schwächt den Untergrund zusätzlich.
Wer diese Reihenfolge einhält, muss später nicht nachbessern: Gewicht kennen, passende Aufhängung wählen, Untergrund prüfen, richtigen Dübel setzen und nach dem Aufhängen testen. Der Fehler, der die meisten Spiegel zu Fall bringt, ist nicht der Bohrer, sondern die ungeprüfte Annahme, dass die Wand schon hält.
Neben der reinen Lichtverstärkung kann ein Spiegel gegenüber dem Fenster auch den Raum optisch vergrößern. Das gelingt besonders gut, wenn der Spiegel rahmenlos ist und die gleiche Form wie das Fenster hat. Ein rechteckiger Spiegel, der das Fensterformat aufgreift, wirkt wie eine zweite Lichtquelle. Wer den Effekt verstärken möchte, kann zusätzlich helle Vorhänge wählen, die das Licht streuen. Dunkle Platzsparende Möbel gegenüber dem Spiegel schlucken dagegen das Licht. Stellen Sie sicher, dass keine Lampe zwischen Fenster und Spiegel steht, die den Effekt zunichtemacht.
Die Aufhängung entscheidet über die Sicherheit. Für Spiegel bis etwa zehn Kilogramm reichen zwei stabile Schraubhaken mit Dübel in Massivwänden. Darüber hinaus sind spezielle Spiegelaufhänger sinnvoll: Metallschienen oder Bügel, die mit mehreren Schrauben in der Wand verankert werden und das Gewicht über eine verteilen. Wichtig ist, dass die Aufhängung an beiden Seiten des Spiegels greift und nicht nur mittig. Bei sehr großen oder schweren Modellen gehört zusätzlich eine Sicherung an die Wand oder in den Rahmen, damit der Spiegel bei einem Riss der Aufhängung nicht sofort herunterfällt. Ein einzelner Nagel oder ein selbstklebender Haken ist bei einem schweren Spiegel immer die falsche Wahl.
Nach dem Aufhängen folgt die Kontrolle. Der Spiegel muss waagerecht sitzen, sonst wandert der Blick ständig zur schiefen Kante. Eine Wasserwaage auf der Oberkante zeigt das zuverlässig. Danach den Spiegel vorsichtig nach unten und zur Seite belasten, Raumteiler ohne Sichtschutz ihn loszulassen. Bewegt sich die Halterung, sitzt der Dübel nicht fest oder die Schraube ist zu kurz. Erst wenn nichts nachgibt, wird der Spiegel endgültig eingehängt. Bei sehr schweren Modellen ist eine zweite Person beim Anheben Pflicht. Ein Sturz aus Kopfhöhe zerbricht nicht nur den Spiegel, sondern verletzt auch Menschen.
Ein schwerer Spiegel hängt nicht an der Wand, er hängt an dem, was in der Wand steckt. Genau hier passiert der häufigste Fehler: Es wird die Halterung nach Optik gewählt, nicht nach Gewicht. Ein dekorativer Haken aus dem Baumarkt trägt oft nur wenige Kilogramm, während ein rahmenloser Spiegel mit sechs Millimeter Glas schnell zehn bis zwanzig Kilogramm wiegt. Bevor irgendetwas gebohrt wird, muss das Gewicht des Spiegels bekannt sein, inklusive Rahmen und Aufhängung. Steht es nicht auf der Verpackung, hilft eine Personenwaage: Spiegel kurz anheben und das Ergebnis notieren.
Zwingen richtig ansetzen und den Druck verteil
Erst prüfen, dann bohren: Untergrund und Dübel Der Dübel richtet sich nach dem Untergrund, nicht nach dem Spiegel. In Beton oder Vollziegel hält ein guter Spreizdübel mit passender Schraube sehr viel. In Hochlochziegel, Porenbeton oder Gipskarton braucht es spezielle Dübel, die sich im Hohlraum spreizen oder verkleben. Gipskarton trägt ohne Verstärkung nur wenige Kilogramm pro Befestigungspunkt. Wer unsicher ist, klopft die Wand ab: Klingt sie hohl, ist Vorsicht geboten. Ein häufiger Fehler ist ein zu großes Bohrhoch im Verhältnis zum Dübel. Dann dreht der Dübel durch und hält nichts. Im Zweifel lieber eine Nummer größer bohren und einen passenden Dübel setzen als mit Gewalt eine zu kleine Schraube einzudrehen.