Wenn Die Kastenfenster Ziehen: So Dichten Sie Alte Fenster Fachgerecht Ab

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Das Raumklima spielt eine entscheidende Rolle. Halten Sie die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zwischen 40 und 60 Prozent. Messen Sie regelmäßig mit einem Hygrometer, das Sie unabhängig vom Schrank an einer Innenwand platzieren. Lüften Sie mindestens dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten mit weit geöffneten Fenstern – am besten morgens und abends. Stoßlüften ist effektiver als dauerhaft gekippte Fenster, weil es die gesamte Luft austauscht, ohne die Wände auszukühlen. Wenn Sie im Schlafzimmer schlafen, produziert jeder Mensch pro Nacht etwa einen halben Liter Feuchtigkeit – die muss raus, sonst setzt sie sich an der kältesten Stelle ab, und das ist oft die Wand hinter dem Schrank.

Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, sind die Dämpfungsgummis an der Schrankinnenkante. Diese kleinen Puffer aus Kunststoff oder Gummi sind dafür da, das Aufprallgeräusch zu reduzieren. Wenn sie abgenutzt oder hart geworden sind, hilft der beste Softclose-Dämpfer nichts. Ersetzen Sie diese Puffer regelmäßig – sie kosten wenig und sind in jedem Baumarkt in verschiedenen Größen erhältlich. Achten Sie darauf, dass die Gummis nicht mit Öl oder Silikonspray behandelt werden, denn das zieht Staub an und macht sie porös. Einfacher Trick: Legen Sie beim Schließen ein Stück dünnen Filz auf die Kante, wenn das Klappern nur an einer Stelle auftritt. Das dämpft den Aufprall, ohne die Mechanik zu beeinträchtigen.

Prüfen Sie nach dem Einbau gründlich, ob die Fenster sich noch problemlos öffnen lassen. Ein häufiger Fehler ist das Überdichten: Die Flügel schließen zwar dicht, aber die Mechanik der Kastenfenster mit ihren Spannvorrichtungen und Drehstangen wird überlastet. Die Folge sind nach kurzer Zeit verbogene Beschläge und ein noch größerer Zugspalt am anderen Ende des Flügels. Wenn nach dem Anbringen der Dichtung der Flügel schwer schließt, entfernen Sie die Dichtung wieder oder tragen Sie sie dünner auf. Bei sehr alten Kastenfenstern lohnt es sich, die Scharniere und Verschlüsse zu justieren – oft sitzt der Flügel nur schief und die Dichtung kann ihre Wirkung nicht entfalten. Ziehen Sie die Schrauben der Bänder nach und unterlegen Sie sie gegebenenfalls mit einer dünnen Unterlegscheibe.

Die Wahl der Dichtung: Kompriband, Silikon oder Filzstreifen Für Kastenfenster gibt es kein universelles Wundermittel, denn die Konstruktion arbeitet durch Temperaturschwankungen. Ein zu starres Material reißt schnell wieder auf. Bewährt haben sich selbstklebende Dichtungsprofile aus EPDM-Gummi oder Silikon. Diese sollten Sie auf die Innenseite des Innenflügels kleben, also auf die Seite, die zum Außenfenster zeigt. Achten Sie darauf, dass die Klebefläche staubfrei und fettfrei ist. Reinigen Sie die Fuge vor dem Aufbringen mit einem feuchten Tuch und einem milden Spülmittel. Viele Altbau-Fenster haben eine unregelmäßige Fugenbreite. Messen Sie daher an mehreren Stellen und wählen Sie ein Profil, das die breiteste Fuge um mindestens zwei Millimeter übertrifft – so bleibt genügend Druck auf der Dichtung.

Ein typischer Fehler ist es, die neue Fuge sofort zu benutzen. Silikon benötigt je nach Produkt zwischen 24 und 48 Stunden, um vollständig auszuhärten. In dieser Zeit darf keine Feuchtigkeit an die Fuge gelangen. Planen Sie die Arbeiten also so, dass Sie die Dusche oder das Bad für mindestens einen Tag nicht nutzen müssen. Wer das ignoriert, riskiert, dass das Silikon seine wasserabweisende Eigenschaft verliert und der Schimmel innerhalb weniger Wochen zurückkehrt. Tipp: Lüften Sie das Bad nach jedem Duschen ausgiebig – auch im Winter. Ein offenes Fenster für fünf bis zehn Minuten reduziert die Luftfeuchtigkeit nachhaltig.

Ein häufiger Fehler ist es, den Schrank mit der Rückwand bündig an die Wand zu stellen und gleichzeitig schwere Kleidungsstücke zu lagern. Die Rückwand wird dann stark belastet und drückt gegen die kalte Fläche. Besser ist es, leichte Sachen wie Bettwäsche oder Handtücher an der Rückseite zu platzieren. Zusätzlich können Sie eine dünne Isolierschicht aus Kork oder Styropor zwischen Wand und Schrank anbringen – das verringert die Temperaturdifferenz und beugt Kondensation vor. Diese Schicht muss aber diffusionsoffen sein, sonst staut sich Feuchtigkeit dahinter. Verwenden Sie kein Aluminium oder Kunststofffolie, das verschlimmert das Problem.

Wer schon einmal versucht hat, Schranktüren mit einem Softclose-System nachzurüsten, kennt das Problem: Nach dem Einbau schließt die Tür zwar langsam, aber das Klappern bleibt oder die Tür steht schief. Der Grund liegt meistens nicht am Scharnier selbst, sondern an der Vorbereitung. Bevor Sie überhaupt einen Dämpfer montieren, sollten Sie die Tür aushängen und alle Schrauben der Scharnierbänder prüfen. Lockere Schrauben führen zu Spiel, das sich durch den Dämpfer nicht beheben lässt. Ziehen Sie also alle Verbindungen nach – und zwar mit einem passenden Schraubendreher, nicht mit einem Akkuschrauber, sonst drehen die Gewinde aus.