Wenn Fasern hängen bleiben, hilft die richtige Düse
Nach der Behandlung muss die Stelle vollständig trocknen. Nicht mit einem Föhn nachhelfen, denn Hitze kann die Farbe endgültig einschließen. Stattdessen den Raum gut lüften und die Polsterung an der Luft trocknen lassen. Bei dicken Schaumstoffkernen kann das mehrere Stunden dauern. Erst wenn die Stelle trocken ist, lässt sich beurteilen, ob ein Restfleck geblieben ist. Ist das der Fall, kann die Behandlung mit der Spülmittellösung wiederholt werden. Bei sehr hartnäckigen Flecken hilft eine schwache Lösung aus Wasser und einem Sauerstoffbleichmittel, das für Textilien geeignet ist. Auch hier gilt: vorher an verdeckter Stelle testen und niemals mit chlorhaltigen Mitteln arbeiten, da diese die Farben zerstören können.
Häufig liegt es an der Bürsteneinstellung. Eine rotierende Bürste, die zu tief in den Flor greift, kratzt die Fasern auf. Besonders bei empfindlichen Materialien wie Wolle, Viskose oder feinen Polyesterfasern reicht schon eine zu hohe Drehzahl, um die Oberfläche dauerhaft zu verändern. Wer die Bürste nicht an die Florhöhe anpasst, saugt nicht sauberer, sondern rauer. Bei glatten Teppichen oder Polstern ohne Flor ist eine Bürste ohnehin falsch; hier reicht die reine Saugkraft mit einer glatten Düse.
Welche Faser bleibt hängen und warum Feine, gekräuselte Fasern verhaken sich leichter als glatte. Schurwolle und Kaschmir besitzen schuppige Oberflächen, die sich gegenseitig festhalten; wird die Düse schräg gezogen, reißen ganze Faserbündel heraus. Synthetische Endlosfasern wie Polyester oder Polyamid sind glatter und rutschen eher durch, neigen aber zu statischer Aufladung, wodurch Staub und kurze Bruchstücke am Gewebe kleben bleiben. Baumwolle und Leinen wiederum verlieren bei zu starkem Sog kurze Fasern, was die Oberfläche mit der Zeit rau macht.
Die Spannmethode eignet sich nicht für jede Armlehne. Bei stark gewölbten oder konischen Formen rutscht auch ein gespannter Schoner nach hinten. Dann ist eine Fixierung an zwei Punkten nötig, etwa vorn und hinten. Wer die Spannung einmal richtig eingestellt hat, muss den Schoner seltener nachjustieren. Ein Knoten mag schneller gehen, aber die Spannung hält länger und schont sowohl das Material als auch die Oberfläche der Armlehne.
Für Buntwäsche ist Natron nur bedingt geeignet. Auf blauen, roten oder grünen Stoffen kann es bei längerer Einwirkzeit die Farbstoffe angreifen und zu Aufhellungen führen. Vor dem großflächigen Einsatz empfiehlt sich ein Test an einer unauffälligen Stelle, etwa am Saum. Baumwolle und Leinen vertragen Natron gut, Polyester und Elasthan reagieren oft mit Geruchsbildung, wenn Rückstände in den Fasern bleiben. Nach der Behandlung sollte die Kleidung an der frischen Luft trocknen, damit sich keine neuen Gerüche festsetzen.
Das Trocknen selbst braucht Zeit und Luftbewegung. Ein Ventilator, der über Stunden auf die Polsterfläche gerichtet ist, beschleunigt die Verdunstung deutlich. Fenster öffnen und Querlüftung schaffen, damit feuchte Luft abgeführt wird. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit und warmer Raumtemperatur trocknet der Kern am schnellsten. Wer ein Heizgerät nutzt, sollte direkte Hitze vermeiden, weil sie die Oberfläche versiegelt und die Feuchtigkeit im Inneren einschließt. Ein häufiger Fehler ist, das Polster nach kurzer Zeit wieder zu benutzen – dadurch wird Feuchtigkeit erneut eingetragen und der Prozess beginnt von vorn.
So wird die Spannung gleichmäßig aufgebaut Statt einen Knoten zu setzen, wird der Schoner mit einem Gummizug oder einem Klettband fixiert. Ein Gummizug wird durch einen Tunnel am Rand des Schoners gezogen. Ziehe ihn nicht straff wie eine Schnur, sondern so, dass der Schoner satt anliegt, aber noch eine Fingerbreite Luft bleibt. Ein Klettband wird um die Armlehne gelegt und auf der Unterseite geschlossen. Wichtig ist, dass der Verschluss nicht auf der Oberseite liegt, wo der Arm aufliegt. Beide Methoden verteilen die Kraft über die gesamte Länge.
Entscheidend ist zunächst die Düsenform. Eine breite Bodendüse mit harten Borsten eignet sich für glatte Hartböden, gräbt sich aber in Polstergewebe ein und zieht Schlingen heraus. Für Textilien gehört eine Polsterdüse mit weichen, kurzen Natur- oder Kunsthaarborsten an das Rohr. Diese Bürsten kämmen lose Fasern auf, ohne den Flor zu verreißen. Turbobürsten mit Luftantrieb sind nur bei stark verfilztem Kurzflor sinnvoll; bei langen Fasern wie Wolle, Mohair oder Viskose wickeln sie sich fest und hinterlassen Riefen.
Typische Fehler sind zu viel Druck auf die Düse, das Saugen gegen den Strich und der Einsatz einer Bürste auf nassem oder verschmutztem Gewebe. Feuchtigkeit bindet Staub tiefer in die Faser, und die Bürste drückt ihn fest. Ebenso schädlich ist es, über lose Fäden oder Nähte hinwegzufahren; die Düse kann Kanten aufreißen. Vor dem Absaugen sollten grobe Partikel wie Sand oder Krümel abgeklopft oder mit einer weichen Bürste entfernt werden, sonst wirken sie wie Schleifmittel zwischen Düse und Stoff.