Wenn Kalk den Überlauf blockiert, hilft Essigessenz
Viele greifen zu Essigessenz oder Zitronensäure, weil sie schnell wirken. Das ist der häufigste Fehler. Diese Säuren greifen bei längerer Einwirkzeit die Schutzschicht der Emaille an und lassen sie matt und rau zurück. Noch schlimmer: Sie können die Dichtung aus Gummi porös machen, sodass der Ofen später Wärme verliert. Wenn überhaupt, dann nur verdünnt, nur kurz und niemals auf den Heizstäben anwenden. Die Heizstäbe bestehen oft aus einer Legierung, die von Säure angegriffen wird. Kalk auf den Heizstäben lässt sich besser mit einem feuchten, weichen Tuch und etwas Natronlösung abwischen.
Kalk setzt sich im Überlauf des Waschbeckens genauso ab wie am Wasserhahn. Weil die Öffnung schmal und schwer zugänglich ist, fällt die Verkalkung oft erst auf, wenn das Wasser nicht mehr richtig abläuft oder gar nicht mehr verschwindet. Der Überlauf ist keine dekorative Öffnung, sondern eine Sicherheitsleitung: Steht das Becken unter Wasser, muss die Luft entweichen und das Wasser abfließen können. Ist der Kanal innen mit Kalk und Seifenresten zugesetzt, staut sich das Wasser bis zum Rand.
Zur Vorbeugung reicht es, den Überlauf zwei- bis dreimal im Jahr mit verdünnter Essigessenz zu spülen, bevor sich sichtbarer Belag bildet. Wer sehr hartes Wasser hat, sollte das häufiger tun. Nach jeder Spülung kurz mit klarem Wasser nachspülen, damit keine Säurereste im Kanal bleiben. Läuft das Wasser auch nach der Behandlung schlecht ab, sitzt die Verstopfung weiter unten im Siphon oder im Abflussrohr — dann muss der Siphon geöffnet werden. Wer sich das nicht zutraut, holt fachliche Hilfe, statt mit Gewalt an der Installation zu ziehen.
Abziehen funktioniert nur bei nassen Flächen. Wer zu lange wartet, arbeitet bereits gegen angetrocknete Ränder und verteilt sie mit dem Abzieher nur breit. Der Ablauf gehört deshalb direkt an den Schluss jeder Dusche: Wasser abstellen, Abzieher nehmen, von oben nach unten arbeiten. Zuerst die Duschwand, dann die Tür oder den Vorhang, zuletzt die Armatur. Jeder Zug überlappt den vorherigen um einige Zentimeter, damit keine Streifen dazwischen stehen bleiben. Am Ende die Gummilippe mit dem Daumen abstreifen und den Abzieher aufhängen, nicht flach ablegen – sonst bildet sich unter der Lippe ein feuchter Film, in dem sich Schimmel einnistet.
Die Wasserhärte gibt an, wie viel Calcium- und Magnesiumsalze im Leitungswasser gelöst sind. Gemessen wird sie in Grad deutscher Härte, kurz °dH. Ein Grad entspricht 10 Milligramm Calciumoxid pro Liter Wasser. Die Gesamthärte setzt sich aus der Karbonathärte und der Resthärte zusammen. Für den Haushalt ist vor allem wichtig, wie sich diese Werte auf Kalkablagerungen, Waschmittelverbrauch und die Lebensdauer von Geräten auswirken.
Auch die Reinigung der Gefäße spielt eine Rolle. Kalkablagerungen am Glasboden oder im Krug lösen sich mit der Zeit teilweise wieder im Wasser und verstärken den Eindruck. Ein Esslöffel Zitronensäure oder ein Schuss Essig in warmem Wasser löst diese Beläge zuverlässig. Danach gründlich ausspülen, sonst bleibt ein saurer Eigengeschmack. Wer hartes Wasser hat, sollte Krüge und Flaschen einmal pro Woche entkalken, auch wenn sie nur für abgestandenes Wasser genutzt werden. So bleibt der Geschmack neutral, unabhängig von der Standzeit.
Essigessenz über Nacht wirken lassen Das wirksamste Hausmittel gegen Kalk ist Säure, und die günstigste Form ist Essigessenz. Sie wird nicht pur eingefüllt, sondern im Verhältnis eins zu eins mit Wasser verdünnt, sonst greift sie Dichtungen und empfindliche Oberflächen an. Die Mischung wird mit einer Spritze, einem Trichter oder einer Einwegflasche in die Überlauföffnung gegeben, bis sie vollständig steht. Danach bleibt sie mehrere Stunden, am besten über Nacht, im Kanal. In dieser Zeit löst die Säure den Kalk auf, ohne dass mechanisch nachgeholfen werden muss.
Ein häufiger Fehler ist, den Überlauf mit einem Rohrreiniger auf Natronlauge-Basis zu behandeln. Diese Mittel sind für organische Verstopfungen gedacht, nicht für Kalk. Sie greifen zudem Dichtungen an und können bei Kontakt mit Säureresten heftig reagieren. Wer zuerst Essig und später chemischen Reiniger verwendet, riskiert eine chemische Reaktion im Abfluss. Grundsätzlich gilt: Erst prüfen, ob es sich um Kalk oder um Haare handelt, dann das passende Mittel wählen. Essig löst Kalk, mechanische Reinigung entfernt Haare, und beides zusammen ist oft die einzige dauerhafte Lösung.
Nach der Einwirkzeit wird die Öffnung mit warmem Wasser durchgespült. Kommt trübe Brühe heraus, war der Kalk tatsächlich die Ursache. Wiederholt sich das Problem innerhalb weniger Wochen, ist die Ursache meist nicht nur der Kalk, sondern eine Kombination aus Kalk, Seifenresten und Haaren. Dann hilft eine mechanische Reinigung mit einer dünnen Bürste oder einem flexiblen Draht, der vorsichtig durch den Kanal geführt wird. Nie mit scharfen Gegenständen arbeiten, die die Innenwand des Überlaufs aufschlitzen oder die dahinterliegende Dichtung durchstoßen können.