Wenn Pflanzen zu wenig Licht bekommen, verändern sie ihre Form
Braune Blattspitzen sind meist eine Folge von zu kalkhaltigem Wasser oder zu trockener Luft. Abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser hilft, und im Winter kann man die Blätter gelegentlich mit lauwarmem Wasser abspülen, um Staub zu entfernen. Tritt Schildlausbefall auf, zeigen sich braune, fest haftende Schuppen an Blattunterseiten und in Blattachseln; diese lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Mehltau oder Fäulnis entstehen dagegen fast immer durch zu nasse Erde bei kühlem Standort.
Schädlinge sind selten, aber Schildläuse und Wollläuse treten auf, wenn die Luft zu trocken und der Standort zu warm ist. Kontrolliere alle paar Wochen die Blattunterseiten und die Blattansätze. Befallene Stellen tupfst du mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen ab; bei stärkerem Befall hilft eine gründliche Dusche und das Entfernen der befallenen Blätter. Ein Umtopfen mit frischer Erde beseitigt zusätzlich Larven im Substrat.
Umtopfen ist etwa alle zwei bis drei Jahre nötig. Die Grünlilie füllt ihre Töpfe schnell mit dicken Speicherwurzeln, die das Substrat verdrängen. Ein zu großer Topf schadet eher, weil die Erde dann lange feucht bleibt. Beim Umtopfen lässt sich der Wurzelballen vorsichtig teilen; das ist gleichzeitig die einfachste Vermehrung. Alternativ schneidet man die Kindel ab, die an langen Ausläufern hängen, sobald sie kleine eigene Wurzeln zeigen, und setzt sie in feuchtes Substrat. Sie wurzeln innerhalb weniger Wochen.
Die einfachste Lösung ist eine Abdeckung der Erdoberfläche. Grober Kies, Tonscherben, dekorative Steine oder eine Schicht aus Kokosfasern halten die Krallen fern. Wichtig: Die Abdeckung muss schwer genug sein, dass eine Katze sie nicht einfach zur Seite schiebt. Bei großen Töpfen reicht eine Lage größerer Kieselsteine. Bei kleineren Töpfen bewährt sich eng anliegendes Drahtgitter, das um den Stängel gelegt wird. Der Nachteil: Gießen wird umständlicher, weil das Wasser langsamer einsickert. Also lieber seltener, dafür durchdringend gießen.
Die Grünlilie (Chlorophytum comosum) gilt als eine der robustesten Zimmerpflanzen überhaupt. Sie verzeiht vergessene Wassergaben, verträgt trockene Heizungsluft und wächst selbst in einem Nordfenster noch zufriedenstellend. Trotzdem häufen sich die Fälle, in denen die Blätter braun werden, die Spitzen eintrocknen oder die Pflanze überhaupt nicht mehr austreibt. Meist liegt das nicht an mangelnder Pflege, sondern an zu viel Fürsorge.
Ein häufiger Fehler ist, die Erde einfach festzustampfen. Das hält Katzen nicht ab, schadet aber den Wurzeln, weil die Durchlüftung fehlt. Ebenso falsch ist es, Pfeffer oder Zitrusduft auf die Erde zu streuen. Das reizt die Atemwege der Katze und verflüchtigt sich nach wenigen Tagen. Besser ist eine dauerhafte physische Barriere. Wer mehrere Töpfe besitzt, sollte alle gleich behandeln. Sonst wandert die Katze einfach zum nächsten unbedeckten Topf.
Für hartnäckige Fälle hilft ein Platz, der für die Katze attraktiver ist. Ein flacher Karton mit Sand oder eine eigene kleine Kiste mit weicher Erde, direkt neben den Töpfen aufgestellt, lenkt das Grabebedürfnis um. Wichtig: Dieser Ausweichplatz muss regelmäßig gereinigt werden, sonst wird er ignoriert. Bei Wohnungskatzen reicht oft schon ein zweites Katzenklo in der Nähe der Pflanzen, weil viele Tiere nicht dort graben, wo sie sich erleichtern.
Wer langfristig planen will, richtet sich nach dem natürlichen Lichtprofil der Art. Pflanzen aus lichten Wäldern vertragen Halbschatten, Arten aus offenen Steppen brauchen mehrere Stunden direktes Licht. Ein Standortwechsel zur richtigen Jahreszeit, also im Frühjahr, fällt den Pflanzen leichter als mitten im Winter. Lässt sich der Lichtmangel nicht beheben, bleibt nur die Wahl: Standort dauerhaft verbessern oder die Pflanze durch eine lichtgenügsamere Art ersetzen. Alles andere kostet Zeit und endet meist mit kahlen, überlangen Trieben.
Welcher Standort bringt kräftige Blätter und viele Kindel? Ein heller Platz ohne pralle Mittagssonne ist ideal. Direkte Sommersonne brennt braune Flecken in die Blätter, während ein zu dunkler Standort die typischen grün-weißen Sorten ausbleichen lässt und die Blattzeichnung verschwindet. Normale Zimmertemperatur genügt; unter zehn Grad sollte es nicht dauerhaft kalt werden. Gedüngt wird in der Wachstumsphase von März bis September alle vier Wochen mit einem flüssigen Zimmerpflanzendünger in halber Konzentration. Wer zu stark düngt, bekommt weiche, lange Blätter, die leicht abknicken.
Wer diese wenigen Punkte beachtet, hat viele Jahre Freude an der Pflanze. Die Grünlilie braucht keine hohe Luftfeuchtigkeit, kein Spezialsubstrat und keine komplizierte Schnittpflege. Sie dankt Zurückhaltung mit dichtem Blattwerk und reichlich Nachwuchs, der sich leicht verschenken lässt.
Für leichten Staub genügt ein weicher, trockener Pinsel mit langen Haaren, wie er zum Auftragen von Make-up oder zum Abstauben von Elektronik verwendet wird. Man streicht nicht über die Blattfläche, sondern wedelt den Staub mit den Spitzen seitlich weg. Druck auf die Blattmitte ist tabu, weil Sukkulentenblätter leicht knicken und die Epidermis dabei einreißt. Bei empfindlichen Arten hält man das Blatt mit zwei Fingern am Rand fest, nicht flach auf der Oberseite.