Wenn das Dach schrägt, wird aus Abstellfläche ein Arbeitszimmer
Der größte Fehler in kleinen Schlafzimmern ist ein Bett, das den Raum diagonal oder mittig zerteilt. Rücke das Bett mit dem Kopf an eine Wand, idealerweise an die Wand gegenüber der Tür. So entsteht vor dem Bett eine durchgehende Laufzone, und der Raum wirkt beim Eintreten nicht sofort vollgestellt. Ein Bett mit hohen Beinen oder ein Bettgestell ohne geschlossenen Kasten lässt den Boden durchscheinen und nimmt optisch Gewicht weg. Prüfe, ob zwischen Bettkante und Schrank oder Kommode mindestens 60 Zentimeter bleiben – weniger wird zum täglichen Hindernislauf.
Vor dem Schleifen wird der Raum vollständig geleert und der Boden auf lose Teile kontrolliert. Knarrende Dielen oder hohle Stellen deuten auf gelöste Nut- und Federverbindungen hin. Diese Bereiche müssen vorher nachgenagelt oder neu verleimt werden, sonst reißt der Schleifpapier später aus und hinterlässt Riefen. Ebenso wichtig: alte Lack- oder Wachsschichten gründlich entfernen. Ein zu schneller Vorschub mit grober Körnung drückt den Schmirgelstaub in die Poren und verschmiert die Oberfläche, was später beim Auftragen des Finishs sichtbar wird.
Für Dachschrägen und unregelmäßige Fensterformen eignet sich Kork als Dämm- und Verdunkelungsmaterial. Korkplatten lassen sich mit einem Cuttermesser zuschneiden und mit doppelseitigem Klebeband an der Wand oder am Rahmen befestigen. Sie dämpfen zusätzlich den Schall und isolieren gegen Kälte. Nachteil: Kork ist nicht komplett lichtdicht, wenn er dünn ist. Wer absolute Dunkelheit braucht, kombiniert zwei Lagen oder streicht die Platten mit dunkler Farbe. Beim Zuschnitt unbedingt eine Unterlage verwenden, sonst leidet der Boden.
Ein typischer Fehler ist die „Öko-Sanierung" mit anschließendem Schimmel. Wer Wände dampfdicht abdichtet und gleichzeitig die Lüftung vernachlässigt, tauscht ein Problem gegen ein anderes. Ein weiterer Fehler: Warmwasserleitungen ungedämmt lassen. Kalte Zuleitungen und Warmwasserrohre ohne Isolierung verlieren Wärme auf dem Weg zur Armatur. Dämme die ersten drei Meter jeder Warmwasserleitung. Prüfe außerdem, ob der Wasserzähler noch geeicht ist und ob eine Regenwassernutzung für die Toilettenspülung möglich wäre – das ist oft der größte Einzelbeitrag zur Einsparung von Trinkwasser.
Wer mehr Stabilität braucht, kann auf Deckenstützen zurückgreifen. Das sind vertikale Stangen, die zwischen Boden und Decke verspannt werden. Sie halten Regale, Vorhänge oder sogar leichte Trennwände. Der kritische Punkt ist die Deckenbeschaffenheit. Bei Raufaser oder Styropor-Deckenplatten ist Vorsicht geboten – der Druck kann Dellen hinterlassen. Teste vor dem endgültigen Aufbau an einer unauffälligen Stelle, ob die Decke den Druck aushält. Drehe die Stange nur so fest, dass sie nicht wackelt. Zu festes Anziehen führt zu Schäden, die beim Auszug Ärger machen. Eine Wasserwaage hilft, die Stange exakt senkrecht auszurichten.
Die vierte Möglichkeit ist eine Insektenschutz-Rolloleinheit mit verdunkelndem Gewebe, die in den Fensterrahmen geklemmt wird. Solche Systeme werden oft als Zubehör für Dachfenster angeboten und lassen sich ohne Bohren montieren. Achte darauf, dass der Stoff seitlich in einer Führungsschiene läuft. Fehlt diese Führung, bleibt ein Lichtspalt von mehreren Zentimetern, durch den morgens die Sonne fällt. Ein weiterer Fehler: die Einheit zu stramm einklemmen. Der Rahmen verzieht sich dann mit der Zeit, und der Stoff läuft schief.
Für Schallschutz sorgen Vorhänge, Teppiche und Regale mit Büchern. Sie dämpfen den Hall, der in Dachräumen mit schrägen Wänden oft stärker auftritt. Wer den Bereich als festen Arbeitsplatz nutzt, sollte auch an eine Belüftung denken: Regelmäßiges Stoßlüften verhindert stickige Luft, besonders in kleinen Räumen unter dem Dach. Ein kleiner Ventilator im Sommer ist günstiger als eine Klimaanlage und reicht meist aus.
Zunächst wird der Raum entrümpelt und der Boden geprüft. Alte Teppiche speichern Staub und Gerüche, ein glatter Belag ist für einen Arbeitsplatz besser geeignet. Wände und Decke sollten auf Feuchtigkeit kontrolliert werden, besonders an der kalten Dachunterseite. Dunkle Flecken oder Schimmel deuten auf fehlende Dämmung oder undichte Stellen hin – dann ist vor dem Einrichten eine Sanierung nötig. Fehlt eine Heizung, reicht oft ein kleiner Heizkörper, um den Raum nutzbar zu machen.
Die fünfte Alternative ist eine einfache lichtdichte Platte aus Hartschaum oder Sperrholz, die mit Klettverschluss vor das Fenster gesetzt wird. Sie ist die günstigste und zugleich dunkelste Lösung, weil sie keinerlei Licht durchlässt. Nachteil: Sie muss irgendwo verstaut werden, wenn das Fenster geöffnet wird. Wer regelmäßig lüftet, sollte die Platte daher an der Außenseite der Laibung befestigen und nur bei Bedarf einsetzen. Bei allen fünf Methoden gilt: Prüfe nach dem Anbringen mit einer Taschenlampe, ob Licht durch Ritzen fällt. Schon ein schmaler Spalt genügt, um den Schlaf zu stören.