Wenn die Maschine Stiche auslässt: Nadel, Fadenweg, Transport
Ein Knopf, der nur mit zwei Fadenstichen befestigt wird, hält selten länger als ein paar Wochen. Der Grund liegt nicht am Faden, sondern am fehlenden Stiel zwischen Stoff und Knopf. Ohne diesen kleinen Abstand liegt der Knopf flach auf dem Gewebe, jedes Zuknöpfen zieht direkt am Faden, und der reißt irgendwann an der engsten Stelle. Wer den Stiel wickelt und den Faden anschließend sauber vernäht, bekommt einen Verschluss, der auch nach vielen Wäschen sitzt.
Fadenweg und Spannung: Der unsichtbare Störfaktor Nach der Nadel folgt der komplette Fadenweg von der Garnrolle bis zur Nadel. Jede Rille, jede Fadenführung und jede Spannungsscheibe muss sauber sein. Staub, Fadenreste oder eingerissene Kanten an der Spulenkapsel führen dazu, dass der Faden kurz hakt und dann mit Verzögerung durchläuft. Genau diese Verzögerung setzt einen Stich aus. Die Spannung prüfen: Ober- und Unterfaden müssen sich in der Stoffmitte treffen. Ist die Oberfadenspannung zu hoch, zieht es den Unterfaden nach oben; zu niedrig, und der Oberfaden liegt als Schlinge unten. Beide Fälle erzeugen Lücken im Stichbild.
Lege Außenstoff rechts auf rechts, steppe die Seiten und den Boden mit 1 cm Nahtzugabe. Bügle die Nähte auseinander. Für die Ecken: Falte den Boden auf die Seitennaht, sodass die Naht genau auf der Kante liegt. Miss von der Spitze 4 cm ab und zeichne eine Linie. Nähe entlang dieser Linie, schneide die Zugabe auf 0,7 cm zurück. Wiederhole das an beiden Bodenecken. Der gleiche Schritt erfolgt beim Innenstoff. Ein häufiger Fehler: die Ecken zu klein abnähen. Dann steht der Korb nicht, sondern kippt. Bei 4 cm Abnähung erhältst du einen stabilen Boden.
Wenn trotz korrekter Einstellungen weiterhin Schlaufen auftreten, reinige den Fadenweg gründlich: Entferne die Stichplatte, nimm die Spulenkapsel heraus und entferne alle Fusseln mit einer kleinen Bürste. Häufig sitzt ein winziger Fadenrest in der Spannungsscheibe oder im Greifer. Prüfe auch, ob der Greifer richtig sitzt und sich frei drehen lässt. Nach der Reinigung fädle beide Fäden neu ein und nähe eine Probenaht. In vielen Fällen verschwinden die Schlaufen allein dadurch.
Ein häufiger Fehler ist der zu breite Absteppabstand. Wer zwei Zentimeter von der Kante entfernt näht, bekommt keine flache Kante, sondern eine sichtbare Wulst. Für einen flachen Abschluss bleibt man dicht an der Kante, meist zwischen drei und sechs Millimetern. Bei sehr dicken Stoffen kann man die Nahtzugabe vorher zurückschneiden und mit einem schmalen Zickzackstich versäubern, damit sich keine Schüttelkante bildet. Alternative: die Zugabe nach innen klappen und knapp absteppen. Das ergibt eine besonders flache, saubere Abschlusskante.
Für sehr dünne oder dehnbare Stoffe hilft ein Transporteur mit feinerer Verzahnung oder ein Obertransport. Bei dickeren Lagen – etwa beim Quilten – prüft man, ob die Transporteurzähne hoch genug stehen. Fehlt der Transport vollständig, liegt oft der Nähfuß nicht korrekt auf oder die Transporteurwelle ist ausgehängt. Das lässt sich meist durch Reinigen und leichtes Nachstellen beheben.
Ein häufiger Fehler ist das Einfädeln bei angehobener Nadel. Der Faden muss zwischen die Spannungsscheiben gelangen, sonst bleibt er locker. Bei Maschinen mit automatischem Einfädler kontrolliert man zusätzlich, ob der kleine Haken den Faden tatsächlich durch die Nadelöse zieht oder nur daneben greift. Die Spulenkapsel darf nicht wackeln. Sitzt sie zu locker, verliert der Greifer den Faden für einen Moment.
Ein weiterer Punkt ist die Fadenführung während des Nähens. Wenn der Stoff zu stark gezogen wird, kann der Faden nicht gleichmäßig ablaufen, und es entstehen Schlaufen. Lass die Maschine den Stoff transportieren, statt selbst zu ziehen. Bei sehr dehnbaren oder rutschigen Stoffen hilft ein Stickvlies oder dünnes Papier unter dem Stoff. Achte außerdem darauf, dass die Spule gleichmäßig und nicht zu locker gewickelt ist – eine ungleichmäßig gefüllte Spule führt fast immer zu Fadensalat.
Eine Maschine, die Stiche auslässt, arbeitet oft mit falsch eingesetzter oder beschädigter Nadel. Bevor der Stoff abgeräumt und die Maschine zerlegt wird, kontrolliert man zuerst die Nadel. Sie muss bis zum Anschlag in der Nadelstange sitzen und mit der flachen Seite korrekt ausgerichtet sein. Bei einer leicht verbogenen oder stumpfen Nadel rutscht der Faden nicht sauber in die Öse oder trifft den Greifer nicht. Eine Nadel mit falscher Stärke für den Stoff – zu dünn für Denim, zu dick für Seide – erzeugt ebenfalls Fehlstiche. Ein einfacher Test: Nadel ausbauen, gegen ein gerades Lineal oder eine Glasplatte halten. Jede sichtbare Biegung bedeutet Austausch.
Der Transport ist der dritte Bereich. Die Transporteurzähne müssen sauber aus der Stichplatte kommen und dürfen nicht abgenutzt oder verharzt sein. Bei zu hohem Nähfußdruck presst der Fuß den Stoff so stark, dass der Transport blockiert und die Nadel mehrmals in dasselbe Loch sticht. Bei zu geringem Druck rutscht der Stoff durch und die Stichlänge variiert. Der Nähfußdruck wird über die Schraube oder das Rädchen am Kopf eingestellt: leicht erhöhen, bis der Stoff gleichmäßig gefördert wird, ohne dass er Wellen wirft.