Wenn die Wand nicht aufgestemmt werden soll: Schiebetür innen nachrüsten
Erst wenn der Flügel korrekt eingestellt ist, lohnt sich der Austausch der Dichtung. Alte Dichtungen lassen sich meist mit einem Spachtel oder Schraubendreher herausziehen. Der Falz wird gereinigt, danach wird die neue Dichtung eingedrückt. Bei Holzfestern ist darauf zu achten, dass die Dichtung nicht zu dick gewählt wird, sonst schließt der Flügel nicht mehr. Bei Kunststofffenstern sitzt die Dichtung oft in einer Nut, die vor dem Einsetzen trocken und sauber sein muss.
Die Breite wird zwischen den begrenzenden Bauteilen genommen, also zwischen Wand, Seitenwange oder Fliesenkante. Auch hier gilt: an mehreren Höhen messen, denn eine Wand kann sich nach oben hin öffnen oder schließen. Aussparungen für Steckdosen, Schalter und Armaturen werden nicht geschätzt, sondern mit Mittelpunkt und lichten Maßen erfasst. Der Abstand vom Rand zur Aussparung ist genauso wichtig wie die Größe des Ausschnitts selbst.
Eine Innenschiebetür lässt sich auf zwei Arten nachrüsten: als Vor-der-Wand-System, bei dem die Tür vor der bestehenden Wand läuft, oder als Kassettensystem, bei dem die Tür in einer Tasche in der Wand verschwindet. Das Vor-der-Wand-System ist deutlich einfacher, weil keine Wand geöffnet werden muss. Dafür verliert man etwa 10 bis 15 Zentimeter Raumtiefe entlang der Wand, und die Schiene bleibt sichtbar oder wird mit einer Blende verkleidet. Die Kassette verlangt einen Eingriff in die Wand, liefert dafür aber eine bündige Optik. Wer eine tragende Wand hat oder eine Wand mit Installationen darin, sollte vom Kassettensystem Abstand nehmen oder vorher statisch prüfen lassen.
Erst einstellen, dann dichten Bevor irgendetwas abgedichtet wird, muss der Flügel richtig sitzen. Bei Dreh-Kipp-Fenstern lässt sich der Anpressdruck oft über die Ecklager oder den Beschlag einstellen. Dazu den Flügel schließen, prüfen, wo er am Rahmen anliegt und wo nicht. Mit einem passenden Inbusschlüssel oder Schraubendreher wird der Beschlag so justiert, dass der Flügel gleichmäßig anliegt, ohne zu klemmen. Wer hier zu grob vorgeht, verbiegt den Beschlag oder beschädigt die Dichtung.
Die Systeme unterscheiden sich vor allem in der Bewegungsrichtung. Querbetten klappen seitlich an die Wand und brauchen eine Wandbreite von mindestens der Bettlänge plus Rahmen. Längsbetten drehen sich um eine horizontale Achse und benötigen weniger Wandbreite, dafür mehr Tiefe im Raum. Ein weiteres Kriterium ist der Ausgleich: Federmechanik arbeitet leichtgängig, lässt das Bett aber beim Herunterlassen beschleunigen. Gasdruckfedern bremsen die Bewegung, sind jedoch temperaturabhängig und verlieren bei Kälte an Kraft. Wer das Bett täglich ein- und ausklappt, sollte auf einen Mechanismus mit Endlagensicherung achten, der in beiden Positionen hörbar einrastet.
Schimmel vermeiden heißt vor allem, Feuchtigkeit kontrolliert abzuführen. Dichte Fenster reduzieren den Luftwechsel, deshalb muss regelmäßig gelüftet werden, am besten mehrmals täglich kurz mit weit geöffneten Flügeln. In Küche und Bad sollte zusätzlich gelüftet oder eine Abluft genutzt werden. Wer nach dem Abdichten gar nicht mehr lüftet, tauscht Zugluft gegen Schimmel. Genauso falsch ist es, die Innenseite der Fuge mit Silikon abzudichten, während außen keine wasserführende Schicht existiert.
Nach dem Einbau empfiehlt sich ein Test mit realistischer Beladung. Erst dann zeigt sich, ob die Schublade sauber schließt und nicht an der Sockelblende streift. Eine nachträglich gekürzte Sockelblende verdeckt die Schublade im geschlossenen Zustand. Wer unsicher ist, sollte mit einer einzigen Schublade beginnen und erst nach erfolgreichem Probelauf weitere Schränke nachrüsten.
Ein einfacher Test: Bei Wind eine Kerze oder ein Stück dünnes Papier langsam an Rahmen, Flügelkante, Falz und Fensterbank entlangführen. Flackert die Flamme oder klemmt das Papier nicht, sitzt dort eine Undichtigkeit. Auch ein Blick auf die Dichtung hilft: Sie sollte elastisch sein und den Flügel satt berühren. Harte, plattgedrückte oder fehlende Dichtungen sind der häufigste Grund für Zugluft bei Altbaufenstern.
Viele Küchen haben unter den Oberschränken oder unter der Arbeitsplatte ungenutzten Raum. Sockelschubladen nutzen diesen Bereich, ohne die Raumaufteilung zu verändern. Bevor man jedoch bohrt oder sägt, muss klar sein, ob der Korpus dafür geeignet ist. Entscheidend sind drei Dinge: die Höhe des Sockels, die Beschaffenheit der Rückwand und ob sich Leitungen oder Heizungsrohre im Sockelbereich befinden. Wer diese Punkte vorab prüft, vermeidet später teure Fehler.
Welche Systeme passen in welchen Sockel? Für den nachträglichen Einbau eignen sich vor allem zwei Varianten: flache Auszüge mit Kugelführung oder spezielle Sockelschubladen mit Rollenführung. Kugelgeführte Auszüge laufen leichter und sind belastbarer, brauchen aber mehr Einbautiefe. Rollengeführte Systeme sind flacher, neigen jedoch bei schwerer Beladung zum Kippen. Wer den Sockel nur für flache Gegenstände wie Backbleche oder Tabletts nutzt, kommt mit Rollenführungen aus. Für Pfannen oder Vorräte sollten es Kugelführungen sein. Ein häufiger Fehler ist der Einbau einer Schublade ohne ausreichende seitliche Befestigung: Der Korpus gibt nach, die Schublade verzieht sich.