Wenn du die Fenster falsch lüftest, schimmelt die Wand trotzdem
Innenwände, die an unbeheizte Räume oder an die Außenluft grenzen, bleiben kalt und ziehen Feuchtigkeit an. Große Schränke und Regale sollten nicht direkt an solchen Wänden stehen, sondern mindestens eine Handbreit Abstand halten, damit Luft zirkulieren kann. Das gilt besonders in Schlafzimmern und an Außenwandecken. Auch Vorhänge, die bis zum Boden hängen und die Heizkörper verdecken, verhindern die Luftzirkulation und fördern feuchte Stellen an der Wand hinter dem Vorhang.
Bei Holz entscheidet die Oberfläche mehr als die Holzart. Geölte oder gewachste Flächen nehmen Feuchtigkeit auf und lassen sich später nachbehandeln; lackierte Flächen sind robuster, wirken aber kälter und lassen sich nur abschleifen. Wer Möbel aus Massivholz mit Leinen und Wolle kombiniert, sollte auf matte Oberflächen setzen, weil Glanz die feinen Strukturen der Textilien optisch erschlägt. Ein typischer Fehler ist zu viel Pflegemittel: Geölte Flächen brauchen nur dann Öl, wenn sie trocken wirken. Vorher mit einem feuchten Tuch prüfen, ob Wasser noch perlt. Wenn nicht, dünn nachölen und nach einigen Stunden Überstand abnehmen.
Ein Ventilator gehört nicht direkt über die Dusche, sondern an die gegenüberliegende Wand oder in die Nähe der feuchtesten Zone, aber außerhalb der Spritzwasserzone. Wird er zu nah an der Tür montiert, zieht er die feuchte Luft nur im Kreis. Für die Nachrüstung in eine Außenwand ist ein Kernloch von 100 oder 120 mm Durchmesser nötig – das lässt sich mit einem Diamantbohrer erledigen, erfordert aber je nach Wandaufbau eine Genehmigung. In Mietwohnungen ist der Einbau in eine Außenwand oft nicht erlaubt. Eine Alternative sind Innenwandventilatoren, die die Luft über einen Kanal nach außen leiten, oder Fensterventilatoren mit Wärmerückgewinnung.
Wo die Feuchtigkeit wirklich herkommt Kochen und Duschen sind die größten Quellen. Beim Kochen gehört der Deckel auf den Topf, und die Dunstabzugshaube läuft bereits einige Minuten vorher und danach noch nach. Beim Duschen hilft es, nach dem letzten Wasserkontakt das Fenster kurz weit zu öffnen und die Badezimmertür geschlossen zu halten, damit der Dampf nicht in die Wohnung zieht. Wäsche in der Wohnung zu trocknen, bringt pro Ladung mehrere Liter Wasser in die Raumluft. Ein Trockner mit Kondensation oder ein Trockenraum ist die bessere Lösung. Ist das nicht möglich, sollte während des Trocknens gelüftet und die Tür zu anderen Räumen geschlossen werden.
Montage: Schritt für Schritt, aber ohne Hekt
Für schwere Rahmen gehören Dübel und Schrauben passend zum Wandmaterial gewählt. Bei Gipskarton halten spezielle Dübel, bei Beton normale Dübel. Ein häufiger Fehler ist, die Tragkraft der Wand zu überschätzen. Lieber einen Aufhänger mehr setzen als zu wenige. Nach dem Aufhängen noch einmal alle Abstände nachmessen und die Rahmen leicht ausrichten. Kleine Korrekturen lassen sich mit Filzgleitern unter den Ecken ausgleichen, ohne neue Löcher zu bohren.
Möbel sollten einige Zentimeter Abstand zur Außenwand haben, damit Luft dahinter zirkulieren kann. Große Schränke direkt an kalten Wänden sind eine klassische Stelle für Schimmel. Vorhänge, die bis zum Boden reichen und die Fensterlaibung abdecken, behindern den Luftaustausch ebenfalls. Heizkörper dürfen nicht zugestellt werden, sonst verteilt sich die Wärme schlecht und die Wand bleibt kalt. Beim ersten Anzeichen von Stockflecken hilft es, die Stelle mit einem geeigneten Mittel zu behandeln und danach die Ursache zu beheben. If you adored this article and also you would like to be given more info pertaining to energiesparendes Wohnen i implore you to visit our own site. Nur wegwischen ohne das Feuchtigkeitsproblem zu lösen, führt dazu, dass die Flecken wiederkommen.
Die wichtigste Maßnahme ist richtiges Lüften. Stoßlüften bedeutet: Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen, möglichst mit Durchzug, dann wieder schließen. Das tauscht die feuchte Luft in kurzer Zeit aus, ohne die Wände auszukühlen. Dauerhaft gekippte Fenster sind ein häufiger Fehler. Sie führen kaum Luftwechsel herbei, kühlen aber die Laibung aus, sodass sich dort Kondenswasser bildet. Wer im Winter stundenlang kippt, fördert genau das Problem, das er vermeiden will. Drei- bis viermal täglich stoßlüften ist realistischer und wirksamer als eine gekippte Scheibe über den ganzen Tag.
Ein Hygrometer zeigt, worum es geht: Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in beheizten Räumen dauerhaft unter etwa 60 Prozent liegen, im Winter eher bei 40 bis 50 Prozent. Steigt der Wert trotz Lüften nicht, liegt meist ein bauliches Problem vor. Undichte Dachrinnen, feuchte Kellerwände oder ein defektes Fallrohr drücken Feuchtigkeit durch das Mauerwerk. Ebenso kann eine zu dichte Bauweise ohne kontrollierte Lüftung die Luftfeuchte hochtreiben. Dann reicht Stoßlüften allein nicht aus, und es muss eine Fachperson die Ursache prüfen.
Hohe Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen entsteht selten durch ein einzelnes Ereignis. Sie sammelt sich an, weil täglich geduscht, gekocht, gewaschen und geatmet wird. Eine vierköpfige Familie produziert pro Tag mehrere Liter Wasser, die als Wasserdampf in der Luft hängen. Wird dieser Dampf nicht regelmäßig nach draußen befördert, schlägt er sich an den kältesten Flächen nieder: an Außenwandecken, hinter Schränken, nachhaltige Renovierung an Fensterlaibungen. Dort beginnt nach einiger Zeit der typische muffige Geruch, und aus Kondenswasser werden Stockflecken.