4 Handgriffe für eine Heckenkante wie mit dem Lineal geschnitten
Typische Fehler sind ein zu später Schnitt, das Entfernen aller Knospen und ein radikaler Rückschnitt ins alte Holz. Ein kräftiger Verjüngungsschnitt ist möglich, aber nur alle paar Jahre und dann mit Verzicht auf die Blüte im Folgejahr. Wer zu tief ins alte Holz schneidet, riskiert, dass der Rhododendron nicht mehr austreibt. Besser ist ein moderater Schnitt über mehrere Jahre verteilt.
Für die Seitenflächen wird die Schnur senkrecht gespannt, am besten an beiden Enden der Hecke. Auch hier gilt: Die Schnur muss straff sitzen und darf nicht an den Trieben anliegen, sonst wird sie beim Schneiden weggedrückt. Wer die Seitenkante leicht konisch schneiden will, damit unten mehr Licht ankommt, versetzt die untere Schnur ein paar Zentimeter nach außen. Dieser Versatz muss an beiden Enden gleich sein, sonst entsteht eine schiefe Wand.
Was beim Schnitt nach der Ernte konkret zu tun ist Zuerst werden alle abgeernteten, kranken und sich kreuzenden Triebe entfernt. Ein sauberer Schnitt erfolgt direkt am Astkragen, ohne Stummel stehen zu lassen. Werkzeug vorher desinfizieren, am besten mit Alkohol, besonders wenn der Baum bereits Gummifluss zeigt. Bei starkem Befall mit der Monilia-Fäule sollten die betroffenen Zweige bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und aus dem Garten entfernt werden, nicht auf den Kompost.
Zuerst werden die Stäbe gesetzt. Zwei senkrechte Stäbe an den Enden der Hecke reichen für die Oberkante, bei langen Hecken kommt alle zwei bis drei Meter ein Zwischenstab dazu, damit die Schnur nicht durchhängt. Die Stäbe werden mit einem Gummihammer in den Boden getrieben, nicht einfach hineingedrückt. Sie müssen fest stehen, sonst wandert die Schnur beim Schneiden mit und die Kante wird wellig. Bei weichem Boden hilft es, die Stäbe leicht schräg gegen die Hecke zu setzen, damit sie später nicht kippen.
Eine Hecke ohne Wellen zu schneiden gelingt nicht durch ruhige Hand allein. Entscheidend ist, dass die Schnur vor dem ersten Schnitt wirklich straff sitzt und auf beiden Seiten dieselbe Höhe vorgibt. Wer die Richtschnur nur grob spannt oder sie an einem wackligen Pfosten befestigt, produziert genau die Buckel, die später auffallen. Die Schnur ist das Lineal, die Stäbe sind das Fundament dafür.
Typische Fehler sind außerdem ein zu kurzer Rückzugsweg, fehlende Schutzausrüstung und das Arbeiten ohne zweiten Mann. Ein Profi plant den Rückzug im 45-Grad-Winkel zur Fallrichtung und legt ihn vor dem ersten Schnitt fest. Er trägt Helm mit Visier, Schnittschutzhose und Gehörschutz – nicht aus Vorschrift, sondern weil ein Rückschlag der Kette innerhalb von Sekunden schwere Verletzungen verursacht. Wer glaubt, mit Jeans und Turnschuhen sei es getan, unterschätzt die Kräfte, die bei einem Stamm von mehreren hundert Kilogramm wirken.
Wer auf einer Leiter arbeitet, neigt dazu, sich mit ausgestreckten Armen nach vorne zu lehnen, um noch den letzten Schnitt zu erreichen. Genau in diesem Moment kippt die Leiter oder die Sprosse rutscht weg. Der sichere Stand hat Vorrang vor jeder Reichweite. Bevor die Säge oder der Astschneider überhaupt angesetzt wird, muss die Leiter so positioniert sein, dass beide Füße fest auf einer Sprosse stehen und die Hüfte innerhalb der Holme bleibt. Wer sich mit dem Oberkörper über die Holme hinauslehnt, verlagert den Schwerpunkt nach außen und hebt die gegenüberliegenden Leiterfüße an.
Am Ende bleibt eine einfache Regel: Die Reichweite der Arme bestimmt nicht, wie hoch man steigt, sondern wie nah die Leiter am Arbeitsbereich steht. Wer sich beim Schneiden strecken muss, hat die Leiter falsch aufgestellt. Diesen Zusammenhang ignorieren viele, weil das Umsetzen der Leiter lästig erscheint. Der Aufwand von zwei Minuten für einen neuen Stand ist geringer als der Aufwand für einen Sturz aus drei Metern Höhe.
Nach dem Schnitt braucht die Pflanze Unterstützung. Eine Mulchschicht aus Laubkompost hält den Boden feucht und sauer. Bei Trockenheit im Sommer regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden. Ein leichter Dünger mit Rhododendron-Spezialdünger im Frühjahr fördert den Austrieb. So bleibt der Strauch kompakt, gesund und blüht jedes Jahr zuverlässig.
Die Leiter selbst muss auf festem, ebenem Untergrund stehen. Auf weichem Boden sinken die Füße ein, und die Leiter neigt sich unmerklich zur Seite. Unterlegplatten aus Holz oder Kunststoff verteilen das Gewicht. Der Anstellwinkel liegt bei etwa 75 Grad, das entspricht einem Verhältnis von einem Teil Abstand zu vier Teilen Höhe. Wer die Leiter zu steil aufstellt, kippt nach hinten; wer sie zu flach aufstellt, rutscht mit den Füßen weg. Beide Fehler treten gehäuft auf, wenn schnell gearbeitet wird.
Der wichtigste Termin ist der Frühsommer. Schneide direkt nach der Blüte, also etwa von Ende Mai bis Mitte Juni. Zu diesem Zeitpunkt ist der Strauch noch nicht in der neuen Knospenbildung für das Folgejahr. Wer später schneidet, entfernt bereits angelegte Blütenknospen und bekommt im nächsten Frühjahr nur Blätter. Ein Rückschnitt im Herbst oder Winter ist ebenfalls möglich, kostet aber fast immer die komplette nächste Blüte.