4 Regeln für saubere Zickzack-Ränder auf Applikationen

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Ein häufiger Fehler ist, die Nadel erst zu wechseln, wenn sie abbricht. Eine Nadel nutzt sich ab: Die Spitze wird stumpf, das Öhr rau, die Beschichtung verschwindet. Nach etwa acht bis zehn Betriebsstunden sollte eine neue Nadel in die Maschine, bei festen Stoffen früher. Ein weiterer Fehler ist das Einsetzen in falscher Richtung oder ohne die Nadel ganz in den Schaft zu schieben. Dann sitzt sie zu tief oder zu hoch, die Fadenführung greift nicht, und der Faden reißt direkt am Öhr.

Zuerst die Stoffart bestimmen. Leichte, feine Gewebe wie Seide, Chiffon oder Batist brauchen dünne Nadeln der Stärken 60 bis 70. Mittlere Baumwolle, Leinen und Jersey liegen bei 80 bis 90. Schwere Stoffe wie Denim, Canvas oder Leder verlangen 100 bis 110, bei sehr zähem Material auch 120. Eine zu dicke Nadel hinterlässt sichtbare Löcher in feinem Stoff, eine zu dünne verbiegt sich in festem Material und sticht nicht durch.

Spitze, Faden und Stichbild gehören zusammen Die Spitzenform ist genauso wichtig wie die Stärke. Für gewebte Stoffe nimmt man eine spitze Nadel, für Jersey, Strick und Wirkware eine Kugelspitze. Die Kugelspitze schiebt die Maschen zur Seite, statt den Faden zu durchtrennen. Wer mit einer spitzen Nadel in Jersey näht, erzeugt Läufe und Löcher, die erst nach dem Waschen sichtbar werden. Für Leder gibt es eine Schneidspitze, für Jeans eine verstärkte Variante mit kräftigerem Schaft.

Fadenschlaufen, auch Schlingen oder Knötchen genannt, entstehen, wenn der Oberfaden nicht sauber mit dem Unterfaden verriegelt wird. Statt einer gleichmäßigen Naht zieht die Maschine kleine Schlaufen auf der Unterseite oder Oberseite des Stoffes. Viele schieben das sofort auf den Stoff oder den Faden. In den meisten Fällen liegt die Ursache jedoch an der Maschineneinstellung, der Fadenführung oder der Nadel. Wer die typischen Auslöser kennt, kann das Problem in wenigen Minuten eingrenzen und beheben.

Für die Stabilisierung wird der Saum flach unter die Nadel gelegt. Der Gummizug muss dabei leicht gedehnt sein, damit die Naht später mitdehnen kann. Eine Zickzacknaht mit mittlerer Stichbreite und kurzer Stichlänge eignet sich am besten. Zu breite Zickzackstiche durchtrennen den Gummi, zu enge Stiche reißen den Stoff. Als Faustregel gilt: Die Zickzackbreite sollte etwa halb so breit sein wie der sichtbare Tunnel, die Stichlänge etwa ein bis zwei Millimeter. Man näht in mehreren kurzen Abschnitten und schiebt den Stoff nach, statt zu ziehen. So bleibt die Naht gleichmäßig elastisch.

Zuerst wird der gerissene Bereich freigelegt. Dazu trennt man die Naht etwa drei bis vier Zentimeter über die Schadstelle hinaus auf. Vorsicht: nicht in den Stoff schneiden, sondern mit einer kleinen Schere oder einem Nahttrenner nur die Stiche durchtrennen. Den alten Gummizug zieht man vorsichtig heraus, bis man an beiden Seiten ein sauberes, unbeschädigtes Stück Faden oder Gummi in der Hand hält. Ist der Gummi selbst porös oder ausgeleiert, wird er komplett ersetzt. Nur den Faden zu flicken, hält meist nur wenige Tage.

Der Faden bestimmt die Nadelstärke mit. Grobe Fäden wie starkes Baumwollgarn oder Nähfaden für Jeans brauchen ein größeres Öhr, sonst franst der Faden im Nadelöhr aus oder reißt ständig. Feine Polyesterfäden laufen in dünnen Nadeln sauberer. Als Faustregel gilt: Der Faden sollte etwa ein Drittel bis die Hälfte der Nadelstärke ausmachen. Passt das Verhältnis nicht, entstehen Fadenschlaufen auf der Unterseite oder Fehlstiche, die man vergeblich an der Fadenspannung korrigiert.

Typische Fehler sind ein zu breiter Zickzack auf engen Rundungen, ein zu lockerer Faden und ein fehlendes Vlies. Auch das Anfassen des Stoffes mit den Fingern während des Nähens führt zu ungleichmäßigem Transport. Am Ende alle Fäden auf der Rückseite verknoten und kurz abschneiden, nicht auf der Vorderseite vernähen. So bleibt die Kante gleichmäßig und das Motiv liegt flach auf.

Die Nadel ist das billigste Teil der Nähmaschine und das, was am häufigsten falsch gewählt wird. Wer bei jedem Projekt dieselbe Nadel im Schaft lässt, produziert Fehlstiche, zerstört Gewebe und schiebt die Schuld auf die Maschine. Dabei entscheiden zwei Dinge über das Ergebnis: die Stoffart und der Faden. Beide muss man zusammen betrachten, nicht einzeln.

Vor jedem Projekt also zwei Handgriffe: Nadel passend zu Stoff und Faden wählen, und die alte Nadel gegen eine neue tauschen. Wer Jersey, Denim und Seide in derselben Woche näht, braucht drei verschiedene Nadeln, nicht eine. Das kostet wenig Zeit und spart das Ärgernis, eine fertige Naht wieder auftrennen zu müssen.

Stichbreite und Stichlänge richtig einstellen Für schmale Umrandungen hat sich eine Stichbreite von etwa 2,5 bis 3 Millimetern bewährt. Breitere Zickzackstiche decken zwar mehr Fläche ab, laufen aber bei engen Innenkurven schnell übereinander und werfen Falten. Die Stichlänge sollte zwischen 1,5 und 2 Millimetern liegen. Kürzere Stiche erzeugen eine dichte, fast satinartige Kante, verhärten aber den Stoff und neigen zum Aufwerfen. Längere Stiche sind schneller, lassen jedoch einzelne Fäden des Applikationsstoffs durchscheinen.