4 Ursachen für gewölbte Böden und wie die Restfeuchte sie verrät
Wann also grundieren? Bei saugenden, kreidenden oder glänzenden Flächen, bei Reparaturstellen mit unterschiedlicher Saugkraft und bei Untergründen, die noch nie gestrichen wurden. Wann nicht? Auf festen, matten und gleichmäßig saugenden Altbeschichtungen ist eine Grundierung meist unnötig – sie kostet Zeit und Material, ohne das Ergebnis zu verbessern. Der Untergrund selbst liefert die Antwort, bevor der erste Tropfen Farbe fällt.
Zuerst wird das Loch von losen Partikeln befreit. Ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz oder ein Pinsel entfernt Krümel und Staub. Bei größeren Löchern, etwa von schweren Regalen, sitzt oft ein Kunststoffdübel tief in der Wand. Diesen sollte man entfernen, sonst kann der Spachtel nicht greifen. Sitzt der Dübel fest, lässt er sich mit einer Zange herausziehen. Ist das Loch danach tief und hohl, empfiehlt sich ein Füllmaterial, das nicht schrumpft. Normale Spachtelmasse sackt in tiefen Löchern nach und bildet eine Mulde. Besser ist ein Reparaturmörtel oder ein Gemisch aus Spachtel und feinem Sand, das Volumen schafft.
Messen mit dem CM-Gerät: so geht es richtig Für die Prüfung der Restfeuchte wird ein CM-Gerät verwendet, das nach der Calciumcarbid-Methode arbeitet. Zuerst werden an mehreren Stellen Bohrungen gesetzt, mindestens eine pro angefangene 20 Quadratmeter und zusätzlich in Randbereichen. Die Bohrlöcher müssen bis auf zwei Drittel der Estrichdicke reichen, der Bohrstauub wird sofort entfernt. Anschließend wird die Probe entnommen, gewogen und mit Calciumcarbid in einer Stahlflasche vermischt. Das entstehende Gas erzeugt Druck, der direkt die Restfeuchte in Prozent anzeigt. Wichtig: Die Messung erst durchführen, wenn der Estrich mindestens 28 Tage alt ist. Bei Fußbodenheizung vorher aufheizen und die Messung nach dem Abkühlen wiederholen.
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, eine dickere Farbschicht löse das Problem. Das Gegenteil tritt ein: Je dicker die Schicht auf einem schwachen Untergrund, desto größer die Spannung beim Trocknen, desto eher reißt sie auf. Ebenso falsch ist es, einen stark saugenden Untergrund mit unverdünntem Grund zu behandeln, ohne vorher zu prüfen, wie schnell er aufzieht. Zwei dünne Aufträge halten besser als ein satter.
Zunächst lässt sich die Tragfähigkeit mit einfachen Mitteln prüfen. Ein Klebebandstreifen, fest auf die Fläche gedrückt und schnell abgezogen, zeigt, ob Farbe oder Putz mitkommen. Ein feuchter Schwamm, über die Wand gezogen, verrät kreidende Anstriche: Bleibt ein weißer Abrieb hängen, ist die Oberfläche nicht belastbar. Kratzt ein Fingernagel Rillen in den Putz, ist der Sandanteil zu hoch oder das Bindemittel bereits abgebaut.
Ein schwimmend verlegter Boden – ob Laminat, Parkett oder Vinyl – arbeitet. Er dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Ohne eine Dehnungsfuge am Rand kann diese Bewegung nirgendwo hin. Der Boden stößt gegen die Wand, wölbt sich auf oder bildet Fugen. Die Lösung ist einfach: ein umlaufender Spalt, der dem Material Luft zum Arbeiten lässt. Wie groß dieser Spalt sein muss, hängt von der Raumgröße, der Materialart und der zu erwartenden Temperaturschwankung ab. Faustregel: pro Meter Bodenbreite etwa 1,5 bis 2 Millimeter. Bei einem fünf Meter breiten Raum sind das also mindestens 7,5 Millimeter an jeder Seite.
Streifen im Gegenlicht entstehen nicht durch zu wenig Farbe, sondern durch unterschiedliche Trocknungszeiten und falsche Werkzeugführung. Wer eine Decke streicht und später schräg von der Seite auf das Ergebnis schaut, sieht jede Ansatzstelle. Der Grund: Beim Rollen entstehen unterschiedlich dicke Farbschichten, die bei streifendem Licht als hell-dunkel-Kanten sichtbar werden. Entscheidend ist deshalb nicht die Menge der Farbe, sondern wie gleichmäßig sie verteilt und wie zügig eine zusammenhängende Fläche fertiggestellt wird.
Ein häufiger Fehler ist die Messung an nur einer Stelle. Feuchtigkeit verteilt sich ungleichmäßig, besonders in Randzonen oder über Rohrleitungen. Wer nur in der Mitte prüft, übersieht oft die kritischen Bereiche. Ein weiterer Fehler: die Proben zu lange liegen lassen. Der Estrich zieht sofort wieder Feuchtigkeit aus der Luft, das Ergebnis wird zu niedrig. Probe daher zügig entnehmen und sofort verarbeiten. Ebenso falsch ist es, sich auf ein einfaches Feuchtemessgerät mit Widerstandsmessung zu verlassen. Diese Geräte zeigen nur relative Werte und täuschen bei Salzen im Estrich.
Festigen statt abwaschen Leicht sandende Flächen lassen sich oft mit einem Tiefengrund festigen. Dieser dringt in die Poren ein, verklebt die losen Partikel und stellt die Saugfähigkeit einheitlich ein. Wichtig ist, den Grund satt und gleichmäßig aufzutragen, nicht nur dünn aufzusprühen. Bei stark kreidenden Anstrichen reicht das nicht: Hier muss die alte Farbe bis auf den tragfähigen Putz entfernt werden, mechanisch oder mit einem geeigneten Abbeizer. Wer nur überstreicht, produziert später Blasen und Abplatzungen.