5 Schritte Zum Perfekten Wohnzimmer-Anstrich

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Von der Vorbereitung bis zum letzten Anstrich Vor dem Streichen steht die Fläche. Möbel rücken zur Mitte, alles mit Folie abdecken, Steckdosen und Schalter abschrauben oder sorgfältig abkleben. Kreppband nur auf trockenen, staubfreien Untergrund kleben und nach dem Trocknen der Farbe abziehen, nicht erst Tage später, sonst reißt es Farbe mit. Risse und Löcher mit Spachtelmasse füllen, trocknen lassen, anschließend leicht überschleifen und entstauben. Saugfähige oder fleckige Untergründe brauchen eine Grundierung, sonst scheint der alte Farbton durch.

Ein Wohnzimmer neu zu streichen ist keine schwierige Arbeit, aber viele Fehler passieren schon vor dem ersten Pinselstrich. Die größte Ursache für ein schlechtes Ergebnis ist eine falsche Farbauswahl. Bevor man zur Farbdose greift, sollte man den Raum zu verschiedenen Tageszeiten betrachten. Nordzimmer wirken kühl und brauchen warme Töne wie Ocker, Terrakotta oder ein sanftes Altrosa. Südzimmer vertragen kühle Farben wie Graublau, Salbeigrün oder ein helles Taupe. Wer unsicher ist, kauft kleine Testfarben und streicht damit ein mindestens DIN-A4-großes Feld an zwei verschiedenen Wänden. So sieht man, wie sich der Ton bei Lampenlicht, Tageslicht und Schatten verändert.

Zuerst wird die Wandfläche erfasst, vor der das Lowboard stehen soll. Gemessen wird die nutzbare Breite zwischen Sockelleisten, Heizkörpern oder Türzargen, nicht die Zimmerbreite. Entscheidend sind drei Werte: die maximale Breite, die verfügbare Tiefe und die geplante Höhe. Für die Höhe gilt eine einfache Regel: Oberkante Lowboard minus Oberkante Fernseher ergibt den Blickwinkel. Bei einer Sitzhöhe von etwa 40 Zentimetern liegt die Oberkante des Möbels meist zwischen 35 und 50 Zentimetern – höher wird der Nacken beim Fernsehen schnell steif. Die Tiefe sollte mindestens so groß sein wie die Tiefe der Geräte plus 5 Zentimeter für Kabel und Luftzirkulation.

Vom Außenmaß zum Zuschnitt Aus den Außenmaßen werden die Plattenmaße abgeleitet. Wer Korpusse aus 19-Millimeter-Platten baut, muss die Materialstärke an jeder Stoßkante abziehen, sonst wird das Möbel breiter als geplant. Ein Rechenbeispiel: Bei einer Außenbreite von 160 Zentimetern und zwei Seitenwänden aus 19-Millimeter-Platten bleiben für Boden und Deckel je 160 minus 2 mal 19, also 122 Zentimeter. Solche Rechnungen gehören auf Papier, bevor die Säge läuft. Typischer Fehler: die Dicke der Rückwand vergessen. Eine dünne Rückwand aus Hartfaser verändert die Tiefe nicht, wohl aber die Stabilität – ohne sie verzieht sich der Korpus.

Beim Streichen selbst gilt: erst die Kanten, dann die Flächen. Mit einem Pinsel oder einer kleinen Rolle die Ecken, Deckenkante und den Bereich um Rahmen vorarbeiten, danach die Wand in Bahnen von oben nach unten rollen. Die Rolle nie trocken laufen lassen und nicht zu stark drücken. Immer nass in nass arbeiten und die nächste Bahn leicht überlappen, damit keine Ansätze entstehen. Ein typischer Fehler ist die Pause mitten auf der Wand: Trocknet die Kante an, bleibt eine sichtbare Linie. Plane deshalb pro Wand durchgehend.

Die Spiegeltür verdoppelt optisch den Raum, bringt aber Gewicht mit. Eine Spiegelfläche über die gesamte Korpushöhe kann bei dünnen Möbelfronten zum Verzug führen. Besser ist eine Türteilung: unteres Segment geschlossen, oberes mit Spiegel, oder ein Spiegelstreifen von etwa sechzig Zentimetern Breite in Kopfhöhe. Wird der Spiegel auf eine Tür montiert, müssen die Scharniere diese Last tragen. Prüfe vor dem Kauf, ob die Bänder für das Gewicht ausgelegt sind, und montiere Sicherheitsfolie auf der Rückseite. Ein Spiegel, der bei einem Stoß splittert, ist im Flur mit Kindern ein Risiko.

Ein Wohnzimmer zu streichen wirkt einfach, bis die erste Bahn an der Wand trocknet und Flecken sichtbar werden. Die meisten Fehler entstehen nicht beim Rollen, sondern davor: bei der Farbauswahl und der Vorbereitung. Wer beides ernst nimmt, spart sich einen zweiten Anstrich.

Typische Fehler: zu tiefe Schränke, die den Durchgang verengen; Türen, die gegen die Treppenstufen schlagen; fehlende Hinterlüftung, die Schimmel begünstigt. Prüfen Sie vor jedem Einbau, ob die Treppe als Fluchtweg dient. Dann darf der Bereich darunter nicht zugestellt werden. Wer diese Punkte beachtet, gewinnt nutzbaren Raum, ohne die Treppe zu beschädigen oder den Raum zu erdrücken.

Im Schlafzimmer sind zwei getrennte Lichtkreise sinnvoll: ein warmes Grundlicht an der Decke oder Wand und je eine kleine Leuchte pro Bettseite. Diese sollte sich separat schalten lassen, damit eine Person lesen kann, während die andere schläft. Ein typischer Fehler ist die zentrale Deckenleuchte direkt über dem Bett. Sie blendet beim Hinlegen und erzeugt harte Schatten im Raum. Besser ist eine indirekte Wandbeleuchtung hinter dem Kopfteil oder eine Pendelleuchte seitlich des Bettes.

Für drei Quadratmeter heißt das: Bank und Schrank in einer Achse, keine zusätzlichen offenen Regale an der Gegenseite. Für sieben Quadratmeter darf ein zweites Modul dazukommen, aber nur, wenn zwischen beiden mindestens achtzig Zentimeter Durchgang bleiben. Wer diese Grenze unterschreitet, tauscht Stauraum gegen Bewegungsfreiheit und bereut es täglich.