Kissenhülle mit Hotelverschluss nähen — nichts verrutscht

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So wird die Einlage richtig aufgebrac

Bevor man den Riss näht, muss man ihn stabilisieren. Die einfachste Methode: von der linken Stoffseite ein Stück dünnes, nicht dehnbares Bügelvlies aufbügeln. Das Vlies verhindert, dass die Webfäden weiter ausfransen. Wichtig ist, das Vlies etwas größer als der Riss zu schneiden, mindestens einen Zentimeter Überstand an allen Seiten. Bei empfindlichen Stoffen – Seide, Viskose, feine Wolle – verwendet man ein Bügeltuch und niedrige Temperatur, sonst entstehen Glanzstellen oder der Stoff wellt sich.

Die richtige Überlappung vermeidet das Aufklaffen Für einen zuverlässigen Halt überlappen sich die beiden Rückenteile um mindestens 15 Zentimeter, bei dickeren Innenkissen oder glattem Stoff besser 20 Zentimeter. Die Formel für den Zuschnitt lautet: fertige Kissenbreite plus zweimal Nahtzugabe (je nach Stoff 1 bis 1,5 Zentimeter) für die Breite, und fertige Kissenlänge plus zwei Zentimeter für die Einschlagkanten plus zweimal Nahtzugabe für die Länge. Ein 50 mal 50 Zentimeter großes Kissen braucht also bei 1,5 Zentimeter Nahtzugabe rund 53 Zentimeter in der Breite und mindestens 56 Zentimeter in der Länge — aufgeteilt in ein vorderes Teil und zwei hintere Teile, die zusammen die Länge ergeben.

Typische Fehler sind eine fehlende Einlage, ein zu dünner Rand und ein Boden ohne Verstärkung. Ebenso problematisch ist es, die Nahtzugaben nicht zu versäubern, weil der Korb innen sichtbar bleibt und ausfransende Kanten stören. Wer Reste verarbeitet, sollte Stoffe mit ähnlicher Stärke kombinieren; ein sehr dünner Rest neben einem festen Stoff zieht den Korb schief. Nach dem Nähen den Korb in Form bügeln, den Rand von Hand glatt streichen und erst dann endgültig absteppen.

Am Ende bügelst du die fertige Kante noch einmal von der linken Seite. Dabei legst du ein feuchtes Tuch auf, damit die Naht sich in den Stoff einlegt und nicht als Wulst stehen bleibt. Der doppelt eingeschlagene Saum verzeiht keine ungebügelten Brüche, aber er belohnt saubere Vorarbeit mit einer Kante, die auch nach vielen Wäschen flach und sauber bleibt.

Zum Schließen des Risses eignet sich ein einfacher Zickzackstich oder ein elastischer Geradstich. Bei dehnbaren Stoffen – Jersey, Strick – muss der Stich mitmachen, sonst platzt die Naht beim Tragen. Man näht knapp neben der Risskante entlang, ohne den Stoff zu raffen. Ein häufiger Fehler: zu fest ziehen. Der Stoff wellt sich dann, und die Naht ist sichtbar. Besser ist es, mit leichtem Fingergriff zu führen und die Stichlänge moderat zu wählen. Nach dem Nähen die Fäden nicht kurz abschneiden, sondern einige Zentimeter überstehen lassen und später vernähen.

Wenn der Riss bereits so weit gewandert ist, dass der Saum auf einer Länge von mehr als zwei Zentimetern offen steht, reicht einfaches Zusammennähen nicht mehr. Dann setzt man einen neuen Saum an. Dafür den alten Saum bis kurz vor den Riss auftrennen, den Stoff glatt bügeln und den Saum neu umschlagen. Wichtig: Die neue Saumkante muss parallel zum ursprünglichen Verlauf liegen, sonst zieht sich der Stoff an einer Stelle zusammen. Bei Hosen mit starker Beanspruchung – Knie, Gesäß – empfiehlt sich zusätzlich ein kleiner Verstärkungsstich von der linken Seite.

Ist die Hülle fertig genäht, wird sie durch die Öffnung gewendet, die Ecken vorsichtig mit einer stumpfen Nadel herausgedrückt und das Ganze noch einmal gründlich gebügelt. Der Hotelverschluss hält ohne weitere Hilfsmittel, solange das Innenkissen die Überlappung stabilisiert. Bei sehr glattem Stoff wie Satin empfiehlt es sich, die Überlappung auf 25 Zentimeter zu vergrößern oder die Kanten mit einem leichten Vlies zu verstärken. So sitzt die Hülle dauerhaft straff und rutscht nicht heraus.

Auch die Spulenachse spielt eine Rolle. Eine Spule, die nicht rund läuft oder deren Achse verbogen ist, erzeugt ungleichmäßige Spannung. Beim Aufspulen sollte die Spule daher frei und ohne Eiern drehen. Wer eine Maschine zum Aufspulen nutzt, sollte die Führung regelmäßig reinigen, denn Schmutz und Abrieb können den Faden bremsen und die Spannung sprunghaft verändern. Nach dem Aufspulen lohnt ein kurzer Test: Den Faden einige Meter abziehen und beobachten, ob er gleichmäßig ohne Rucken und ohne Schlaufenbildung abläuft. Bildet sich bereits nach wenigen Metern eine Schlaufe, ist die Wicklung zu locker oder ungleichmäßig.

Ein Hotelverschluss ist die einfachste Art, eine Kissenhülle zu schließen: Zwei Stoffbahnen schieben sich auf der Rückseite übereinander, kein Reißverschluss, kein Knopf, keine Ösen. Beim Nähen entscheidet allein die Stoffzugabe, ob die Hülle später sauber sitzt oder an der Öffnung aufklafft. Wer zu knapp rechnet, ärgert sich an jedem aufgezogenen Kissen; wer zu großzügig plant, bekommt einen wulstigen Überlappungsbereich.

Beim Aufspulen kommt es auf gleichmäßigen Zug an. Der Faden muss mit leichter Spannung auf die Spule geführt werden, nicht schlaff und nicht übermäßig stramm. Zu wenig Spannung lässt die Windungen verrutschen, zu viel Spannung dehnt das Material und kann es beschädigen. Die richtige Spannung ist erreicht, wenn der Faden sich noch mit den Fingern leicht eindrücken lässt, aber nicht von selbst von der Spule fällt. Wer mit der Hand aufspult, sollte den Faden zwischen Daumen und Zeigefinger führen, um ein konstantes Gefühl für die Spannung zu bekommen.