Warum der Docht nach dem Nachgießen neu zentriert werden muss
Zunächst wird der Bereich großzügig freigelegt. Möbel, Handtücher und lose Gegenstände entfernen, damit die Luft zirkulieren kann. Trocknen lässt sich eine Wand oder ein Boden am zuverlässigsten mit Heizung und regelmäßigem Lüften, nicht mit einem Handtuch. Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob die Raumluft tatsächlich abtrocknet. Steigt die Feuchtigkeit trotz Heizen und Lüften wieder, liegt eine aktive Undichtigkeit vor, die zuerst beseitigt werden muss. Typischer Fehler an dieser Stelle: zu früh spachteln oder streichen, obwohl die Substanz im Kern noch nass ist.
Ist die Ursache beseitigt und die Fläche getrocknet, folgt die Sanierung. Lose Farbe und Putz entfernen, die Fläche grundieren und mit einer feuchtigkeitsbeständigen Farbe streichen. Bei bereits sichtbarem Schimmel reicht Überstreichen nicht: Die betroffene Schicht muss abgetragen und die Fläche desinfiziert werden. Räume mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit brauchen zudem eine regelmäßige Kontrolle der Fugen und Armaturen, etwa einmal im Jahr. So lassen sich erneute feuchte Stellen früh erkennen, bevor daraus ein größerer Schaden entsteht.
Praktisch geht man so vor: Nach dem Eingießen wartet man, bis sich an der Oberfläche eine dünne, trübe Schicht zeigt. Dann prüft man die Position des Dochtes von oben und von der Seite. Sitzt er nicht mittig, wird er mit leichtem Druck in die gewünschte Position gebracht. Anschließend hält man ihn für einige Sekunden fest, bis das umgebende Wachs wieder erstarrt ist. Wer den Docht nur einmal beim Gießen einsetzt, verliert diese Korrekturmöglichkeit – und damit die Chance auf eine gleichmäßig abbrennende Kerze.
Gießen, Aushärten, Entformen Das Wachs sollte nicht kochen. Je nach Wachsart liegt die optimale Gießtemperatur deutlich unter dem Siedepunkt von Wasser; zu heißes Wachs greift die Form an und hinterlässt ein klebriges Gefühl. Langsam und in einem dünnen Strahl eingießen, damit keine Luftblasen an den Formwänden haften. Nach dem Gießen die Form nicht bewegen. Das Wachs zieht beim Abkühlen zusammen, deshalb ist ein Nachgießen kurz nach dem Erstarren der Oberfläche oft nötig.
Auch das Trocknen von Wäsche in geschlossenen Räumen ohne Abluft ist problematisch. Ein einzelner Trockengang bringt mehrere Liter Wasser in die Luft. Wenn kein Abluftsystem vorhanden ist, sollte Wäsche nur in gut belüfteten Bereichen oder im Freien getrocknet werden. Bei einem 9f-Gebäude mit innenliegenden Bädern ohne Fenster ist ein leistungsfähiger Ventilator Pflicht. Prüfe, ob der Ventilator nachläuft – viele schalten sich zu früh ab und lassen die Restfeuchte in der Luft.
Wer eine Kerze nachgießt, konzentriert sich meist auf Wachs, Duft und Farbstoff. Der Docht wird dabei oft nur kurz eingesetzt und dann vergessen. Genau das rächt sich später: Die Kerze brennt schief, rußt, oder der Docht verschwindet in einer Wachspfütze. Der Grund liegt nicht im Wachs, sondern in der Position des Dochtes während des Abkühlens. Wird er nicht erneut zentriert, verschiebt er sich mit der schrumpfenden Wachsmasse und sitzt am Ende nicht mehr in der Mitte.
Der richtige Moment zum Nachzentrieren Nachgießen allein reicht nicht. Entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem der Docht korrigiert wird. Zu früh: Das Wachs ist noch flüssig, der Docht kippt sofort wieder um. Zu spät: Das Wachs ist hart, und jede Bewegung bricht den Docht oder reißt ihn aus dem Boden. Der brauchbare Moment liegt dazwischen – wenn das Wachs an der Oberfläche bereits eine feste Haut gebildet hat, darunter aber noch weich ist. Jetzt lässt sich der Docht mit einer Pinzette oder einem Holzstäbchen vorsichtig in die Mitte schieben, ohne dass er wieder absinkt.
Wer die Reihenfolge einhält – Ursache finden, trocknen, reparieren, erst dann streichen – spart sich doppelte Arbeit. Der häufigste Fehler bleibt das vorschnelle Überstreichen einer feuchten Stelle. Sie verschwindet dadurch nicht, sondern kommt nach kurzer Zeit stärker zurück.
Vor dem ersten Guss sollte die Form sauber und trocken sein. Wachsreste aus früheren Anwendungen lassen sich mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel entfernen; aggressive Lösungsmittel greifen das Silikon an. Anschließend die Form gründlich ausspülen und an der Luft trocknen lassen, nicht mit dem Handtuch abtrocknen, weil Fusseln im Silikon hängen bleiben und später als Abdrücke auf der Kerze sichtbar sind. Bei mehrteiligen Formen prüfen, ob die Passstifte oder Nuten noch sauber sitzen.
Was in die Nähe einer Flamme darf – und was nicht Nicht brennbare Materialien sind unproblematisch: Metall, Glas, Keramik, Stein, Sand und Wasser. Aber Vorsicht bei Glas: Es kann zerspringen, wenn es einseitig erhitzt wird. Auch Metall leitet Wärme und kann indirekt andere Gegenstände entzünden. Deshalb sollte man einen Kerzenständer aus Metall nicht auf einen Holzuntersetzer stellen. Erlaubt sind auch spezielle feuerfeste Unterlagen, etwa aus Schiefer oder Beton. Verboten sind dagegen alle Textilien, Papier, Karton, Kunststoffe, Holz, Haare, Federn, brennbare Flüssigkeiten, Deosprays und Haarsprays. Auch Mehl und Staub können in der Luft explodieren, wenn sie mit einer Flamme in Berührung kommen.